Wir haben ausgeschlafen und um kurz nach 10 Uhr das Hotel verlassen. Auf dem Rückweg gestern Abend hatten wir zwei Querstraßen weiter eine backstube gesehen. Diese war nun unser erstes Ziel für das Frühstück. Die backstube ist eine Art Selbstbedienungsladen, in dem man sich die Getränke und Backwaren selbst aus der Auslage nimmt und mit seinem Tablett dann zur Kasse geht. Diese Kette gibt es zwar erst seit 2015, hat aber ein engmaschiges Filialnetz und ist praktisch an jeder Ecke vertreten.
Für heute hatten wir uns vorgenommen, Oslo zu Fuß zu erkunden. Unser erstes Ziel war das königliche Schloss. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Autohaus der Marke Nio vorbei, die ausschließlich e-Autos herstellen. Der Ausstellungsraum war geöffnet, und es herrschte ein großer Andrang. Wir schauten uns die verschiedenen Modelle an. Das SUV Modell EL6 hat uns optisch richtig gut gefallen. Am meisten Eindruck bei den Besuchern hinterließ aber der EP9, eines der schnellsten Elektroautos der Welt, das seit 2016 in geringen Stückzahlen für exklusive Kunden produziert wird und in 7,1 Sekunden 200 km/h erreicht.
Gegen 11:45 Uhr kamen wir am Schloss an. Von hier hat man einen schönen Blick über die Stadt. Für die sehenswerte tägliche Wachablösung waren wir aber anderthalb Stunden zu früh dran. Unter den Wächtern befand sich auch eine Frau, mit der sich einige Touristen fotografieren ließen. Ich habe mich nicht getraut, sie anzusprechen, und einfach ein normales Foto gemacht.
Wir spazierten durch den Schlosspark und bogen an der Rückseite des Schlosses in Richtung Hafenviertel Aker Brygge ab. Vom Nobel-Friedenszentrum hatten wir einen schönen Blick auf die Festung Akershus.
An der Hafenpromenade entdeckten wir mehrere Saunas. Ein Mann stand nur mit Badeshorts bekleidet im Freien und telefonierte. Zwei andere kühlten sich im eiskalten Fjord ab. Total verrückt, wir haben sogar mit Winterklamotten am Leib gefroren.
Ich liebe die Weihnachtsbäume auf dem kleinen Steg.
Wir schlenderten gemütlich bis ans Ende der Promenade, an deren Ende ein Freibad liegt (das natürlich zu dieser Jahreszeit geschlossen war) und genossen den Blick auf den Oslo-Fjord.
Durch das Restaurantviertel gingen wir zurück in Richtung Innenstadt. Das italienische Restaurant Olivia machte auch tagsüber einen sehr einladenden Eindruck.
Inzwischen war es 13:45 Uhr und wir bekamen ein wenig Hunger. Da kam der Weihnachtsmarkt gerade recht. Der Stand mit den traditionellen spanischen Churros fiel uns schon gestern ins Auge. Sabine wollte das unbedingt mal gerne probieren, und so kauften wir eine Portion mit Nutella. Was soll ich sagen, das war wirklich richtig lecker!
Unser Weg führte uns weiter durch die Fußgängerzone zur Domkirche. Sie war offen, und wir wollten einen kurzen Blick hineinwerfen. Zu unserer Überraschung fand gerade eine Probe für das abendliche Konzert statt. Wir setzten uns in eine der Reihen und hörten eine Weile zu. Immer wieder wurde unterbrochen, etwas korrigiert, und dann erneut gesungen und gespielt.
Nach etwa einer halben Stunde brachen wir wieder auf. Wir kamen am großen Einkaufszentrum, der Mall of Oslo, vorbei. Ein Stück hinter dem Hauptbahnhof erreichten wir die Akrobaten Fußgängerbrücke. Es war inzwischen kurz nach 16 Uhr und schon dunkel.
Ein Stück weiter führt die Brücke für die Autos über die Gleise. Ich hatte irgendwo gelesen, dass die Akrobaten Fußgängerbrücke nachts schön beleuchtet ist. Aber bis auf dieses schwache violette Licht und die normale Wegbeleuchtung war nichts zu erkennen.
Wenige Meter weiter stand diese Weihnachtskugel. Hier legten wir eine kurze Pause ein, weil Sabine mit einer Unterzuckerung zu kämpfen hatte.
Als wir langsam weiter gingen, erreichten wir den Oslo-Fjord am Munch Museum. Deutlich interessanter war die gleich nebenan liegende Oper. Man hat durch die Fenster einen super Blick in die Kostümwerkstatt der Oper. Für Sabine, deren großes Hobby das Nähen ist, war das natürlich ein Highlight. Die ganzen Nähmaschinen und die Ausstattung generell, aber auch die Requisiten, die wir erblickten, ließen ihr Herz höher schlagen.
Die Glasfassade der Oper macht auch im Dunkeln ordentlich was her. Den Gang auf das Dach des Gebäudes sparten wir uns, da es bereits vollständig Nacht war.
Auch in der Bucht des Stadtviertels Bjørvika gab es mehrere Saunas, die um diese Uhrzeit (es war etwa 17: 30 Uhr) gut besucht waren.
So langsam knurrte uns der Magen, und wir überlegten, wohin wir heute zum Abendessen gehen wollten. An der Mauer der Festung Akershus entdeckten wir einen Baum mit leuchtenden Weihnachtssternen. Gegenüber der Festungsmauer befand sich das Osloer Kreuzfahrtterminal. Hier gab es auch einen Souvenirshop, durch den wir stöberten.
Ein paar Minuten später erreichten wir Aker Brygge. Wir hatten uns bezüglich des Abendessens für das Restaurant Olivia entschieden, das uns heute morgen schon beim Vorbeilaufen angesprochen hatte. Da wir keine Reservierung hatten, mussten wir kurz warten. Aber die Pizza, die wir bekamen, war die Wartezeit allemal wert.
Wir hatten einen richtig schönen Tag, und um 19 Uhr machten wir uns durch die weihnachtlich beleuchteten Straßen auf den Weg zurück ins Hotel.
























































