Bereits letztes Jahr im Mai startete der Vorverkauf für eine neue mesh Tour. Natürlich haben Sabine und ich uns gleich Tickets gekauft, und weil das letzte Album der Band schon zehn Jahre zurück liegt, gönnten wir uns die volle Dröhnung und entschieden, alle neun Konzerte des ersten Tourabschnitts mitzunehmen.
Heute war nun Tourstart in Oberhausen. Sabine und ich machten uns nach dem Frühstück auf den Weg. Die vierstündige Fahrt verlief problemlos. Der befürchtete Stau vor Ostern blieb aus, und so waren wir planmäßig gegen 13:30 Uhr an unserem ersten Ziel, dem Einkaufszentrum Centro. Nachdem sich Sabine in einem Laden eine schwarze Hose gekauft hatte, wollten wir im Food Court etwas essen gehen. Dieser Bereich war jedoch wegen technischen Problemen gesperrt, und uns wurde empfohlen, in ein Restaurant auf der angrenzenden Promenade zu gehen. Auf dem Weg dorthin sahen wir, dass der Food Court auch von außen weiträumig abgesperrt und von Polizei abgeriegelt war. Das sah eher nach einer Bombendrohung als einem technischen Defekt aus.
Auf der Promenade fiel unsere Entscheidung zugunsten des italienischen Restaurants Teatro. Wir bestellten beide eine Pizza, die ausgesprochen lecker war.
Anschließend liefen wir ins Parkhaus zurück, fuhren zu unserem Hotel in Oberhausen und checkten ein. Es war erst 16 Uhr, aber die Zeit im Hotelzimmer totzuschlagen erschien uns wenig sinnvoll, und so liefen wir die paar Minuten zu Fuß zur heutigen Location, dem Kulttempel. Hier war noch nichts los, wir waren die ersten vor der Tür und setzten uns auf eine Bank unter dem Vordach.
Plötzlich ging die Tür auf, und wir wurden gefragt, ob wir zu den VIP-Leuten gehören würden. Nein, leider nicht. Bei dieser Tour gab es erstmalig ein VIP-Upgrade zu den Konzerttickets, was neben der Teilnahme am Soundcheck und einem Meet & Greet mit der Band auch einen zehnminütigen früheren Einlass ermöglichte. Uns ärgerte das im Vorfeld sehr, da diese VIP-Upgrades erst vier Wochen vor Tourstart in den Verkauf gingen und somit die Chance auf einen Platz in der ersten Reihe stark verringerte. Die 15 VIP-Tickets für Oberhausen waren dann auch schneller vergriffen, als wir zuschlagen konnten.
Der Einlass heute war erst um 18:30 Uhr. Nach und nach kamen weitere Fans an, und kurze Zeit später fing es auch noch an zu regnen. Wären wir erst jetzt vom Hotel aufgebrochen, wären wir klitschenass geworden. Meistens trifft man bei Konzerten bekannte Gesichter, und auch heute verkürzten die Gespräche mit anderen Fans die Wartezeit bis zum Einlass. Aufgrund dessen, dass wir die Ersten vor der Tür waren, schafften wir es beim Einlass dann tatsächlich noch in die erste Reihe. Allerdings standen wir etwas weit rechts außen, was bei der kleinen Bühne und dem fehlenden Fotograben nicht für die besten Fotos sorgte. Während wir auf den Konzertbeginn warteten, entstand noch dieses Foto mit zwei Sabines und einem Claus 😉
Auf dieser Tour gab es zwei Support-Bands. Zuerst betrat Mari Kattman die Bühne, die dem Publikum mit etwas härteren Electro-Beats einheizte. Das gefiel uns schon mal richtig gut, obwohl wir normalerweise nicht so auf diese Art von Musik stehen. Als zweite Vorgruppe spielten dann Blackbook aus der Schweiz. Das war zwar reinster Synth-Pop, aber irgendwie ließ uns die Musik der beiden Jungs komplett kalt.
Um kurz nach 21 Uhr fingen dann endlich mesh an. Ein neues Intro lieferte den Sound, zu dem Mark, Rich und die beiden Live-Musiker Vaughn George und Sean Suleman ihre Plätze auf der Bühne einnahmen, und dann ging es nahtlos mit dem Titeltrack des neuen Albums The Truth Doesn't Matter los. Was für ein Hammersong!
Das erste Konzert einer Tour ist immer ein Gradmesser, ob die neuen Songs beim Publikum ankommen. Aufgrund dessen, dass das Album aber erst vor einer knappen Woche erschien, kannten die Wenigsten die Lieder, was mächtig auf die Stimmung drückte. Außerdem spielten mesh das komplette Album in der exakt gleichen Reihenfolge wie auf der CD. Was auf dem Tonträger hervorragend funktioniert, klappte live überhaupt nicht. Zwar wurde immer mal wieder zwischendurch ein älteres Lied gespielt, aber ein Flow wollte einfach nicht entstehen.
Von der Wahl der älteren Lieder war ich überwiegend enttäuscht, denn My Protector, Last One Standing, Born To Lie und Taken For Granted stammen allesamt vom letzten Album und wurden in den vergangenen zehn Jahren nahezu auf jedem Konzert gespielt. Für mich war es total langweilig, diese Lieder jetzt erneut zu hören. Dafür war ich umso mehr begeistert, dass die Mark und Rich mit State Of Mind einen ihrer ersten Songs ausgegraben haben. Auch die B-Seite Hold & Restrain wurde meines Wissens zuletzt auf der Perfect Solution Tour 2009 gespielt.
Ein Highlight der Setlist war zweifelsohne, dass Mari Kattman für die beiden mesh Songs Bury Me Again und Tilt nochmals auf die Bühne kam. Ihre Stimme passt einfach hervorragend zu der von Mark.
23 Lieder gab es alles in Allem zu hören, 16 davon waren neu. So gehört sich das auf einer Promotion-Tour für ein neues Album. Nach zwei Stunden war das Konzert zu Ende. Sabine und ich schauten noch kurz am Merch-Stand vorbei und kauften uns ein neues T-Shirt und eine neue mesh Jacke. Dann liefen wir zurück zum Hotel.
Wir hatten einen langen Tag hinter und ein volles Programm vor uns, so dass wir uns auf das Bett freuten. Beim Lesen der Nachrichten auf dem Smartphone stellte sich übrigens heraus, dass es sich im Centro heute Mittag tatsächlich um eine Bombendrohung gehandelt hatte.
Setlist
1. Cipher (Intro)
2. The Truth Doesn't Matter
3. A Storm Is Coming
4. Crash
5. I Lost A Friend Today
6. Trying To Save You
7. Bury Me Again
8. Tilt
9. I Bleed Through You
10. My Protector
11. This World
12. Kill Us With Silence
13. Lone Wolf
14. Everything As It Should Be
15. Hold & Restrain
16. Hey Stranger
17. State Of Mind
18. Born To Lie
19. Not Everyone Is Lonely
20. Exile
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21. Last One Standing
22. Taken For Granted
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23. Be Kind



















