Montag, 6. April 2026

mesh (Konzert in Prag)


Das vollautomatische McDreams Hotel warb damit, dass man beim Bäcker direkt nebenan frühstücken kann. Nur hatte der am heutigen Ostermontag geschlossen. Wir befragten Google, und es gab tatsächlich mehrere Bäckereien, die trotz des kirchlichen Feiertags geöffnet hatten. Eine war gleich ein paar Straßen weiter. Um 10 Uhr checkten wir aus dem Hotel aus. Auch das ging vollautomatisch per Button in der eMail. Ein letzter Blick in unser Zimmer, ob wir auch nichts vergessen haben, und dann ging es den Flur entlang zum Fahrstuhl. Im Flur stand bereits die automatische Reinigungskraft parat 😉



Zwanzig Minuten später saßen wir in dem netten Café Fun Tass Tisch, das uns Google empfohlen hatte, und bekamen ein leckeres Frühstück serviert.



Gegen 11 Uhr verließen wir Leipzig und fuhren auf die Autobahn in Richtung Tschechien. Der Puma bemängelte schon seit einiger Zeit den AdBlue Stand. In Grimma fanden wir eine Tankstelle, die den Dieselzusatz anbot und nur wenige hundert Meter von der Autobahn entfernt war, so dass wir keinen Umweg fahren mussten. Unsere weitere Fahrt führte an Dresden vorbei, wir sahen das Schild zum Nationalpark Sächsische Schweiz, und bei Breitenau überquerten wir die tschechische Grenze. An einem Rastplatz kauften wir uns eine Vignette für die Maut.

Wir erreichten Prag von Norden. Da unser Hotel im Süden lag, mussten wir noch ein bisschen durch die Stadt fahren und überquerten dabei auch die Moldau. Um 14:30 Uhr kamen wir am Hotel an und parkten in der kostenlosen Tiefgarage. Wir checkten ein und bekamen zur Begrüßung eine Flasche Wein geschenkt. Unser Zimmer lag in der 17. Etage und hatte einen tollen Blick auf die Stadt. Als wir eintraten, standen dort noch zwei Wasserflaschen und eine Art Stollen mit Orangeat und Zitronat für uns bereit. Gastfreundlichkeit wurde hier groß geschrieben.




Wir zogen uns um, dann machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Der Eingangsbereich des Hotels war österlich dekoriert.


Wenige Meter weiter lag bereits die U-Bahn Station. Hier kauften wir uns ein 72-Stunden-Ticket und fuhren anschließend mit der Linie C zwei Stationen bis zum Museum.



Von dort waren es nur zwei Querstraßen bis zur heutigen Konzertlocation, der Lucerna Music Bar. Hinter dem Gebäude stand der Tourbus.


Es war jetzt 16 Uhr, bis zum Einlass hatten wir noch drei Stunden Zeit. Wir suchten uns ein nettes Restaurant für das verspätete Mittagessen, aber für die Lunchkarte waren wir zu spät dran, und für das Abendessen war es noch zu früh. So landeten wir schließlich in einem der zahlreichen Fast Food Läden. KFC war gleich um die Ecke der Lucerna Music Bar. Auch hier hatten wir Pech. Zuerst waren die Chicken Strips, die wir wollten, aktuell nicht verfügbar, dann war am Getränkeautomat auch noch die Pepsi leer. Wir fanden eine Alternative zum Essen, und die Pepsi wurde nach dem dritten Nachfragen dann auch mal aufgefüllt. Der Hit war dieser Laden ganz sicher nicht.


Wir liefen die paar Meter zurück zur Lucerna Music Bar. Dort stand noch niemand, wir waren mal wieder die Ersten. Nach einiger Zeit kam Judith heraus, mit der wir uns eine ganze Weile unterhielten. Sie ist die Frau des Produzenten der letzten mesh Alben. Bei der aktuellen Tour mischt er auch den Live-Sound. Irgendwann kam einer der Securities raus und meinte, dass wir gerne noch irgendwo etwas trinken gehen könnten, da hier die Leute normalerweise erst eine halbe Stunde vor Einlass kämen. Aber Sabine gab ihren Platz an der Tür nicht mehr her 😉


Nach und nach kamen dann weitere mesh Fans hinzu. Manche kannten wir bereits von anderen Konzerten. Ich war überrascht, wie viele Deutsche den Weg nach Prag angetreten hatten. Auf der Fahrt hatten wir bei einer Pause auf einem Rastplatz auch schon andere Fans getroffen. Die Bühne der Lucerna Music Bar befand sich im Keller. Man musste zwei Treppen nach unten steigen, wenn man direkt an der Bühne stehen wollte. Alternativ gab es die Möglichkeit, oben vom Balkon herunterzuschauen. Die Bühne war recht schmal, hatte dafür aber einen Halbkreis, der ins Publikum ragte. Das war mal etwas anderes. Die Projektionswände hatten gar nicht alle Platz, so dass heute nur ein einziges Display hinter dem Schlagzeug montiert war.


Die Schweizer Band Blackbook war heute nicht dabei, was uns sehr entgegen kam. Mari Kattman war somit alleiniger Support. Sie freute sich sichtlich, uns wieder zu sehen, und streckte bei dem Lied The Worst Sabine das Mikrofon entgegen. Sabine war davon total überrascht, außerdem traute sie sich nicht so recht. Aber es war eine sehr nette Geste von Mari.

Kurz vor 21 Uhr betraten mesh die Bühne und legten wie immer mit The Truth Doesn't Matter los. Aufgrund der halbrunden Bühne lief Mark ständig im Kreis herum. Mal sang er nach links, mal nach rechts, mal nach vorne zu uns. Die Projektionen waren auf das eine Display hinter der Bühne reduziert, was die Bühnenshow optisch etwas schwächte.




Die Setlist war heute identisch zum gestrigen Konzert in Leipzig. Auf das schnelle, härtere A Storm Is Coming folgte mit My Protector ein Lied vom letzten Album Looking Skyward, das Sabine und ich besonders feiern. Nach der B-Seite Lone Wolf kam die Single Crash, für die Mark für diese Tour eine komplett neue Videoprojektion erstellt hat.







Weiter ging es mit der Single Hey Stranger, die davon handelt, wie sich zwei Menschen entfremden. Natürlich freute ich mich wieder sehr über Everything As It Should Be, dem härtesten Lied des neuen Albums.





Dann kam wie immer die Zeit für Mari Kattmans zweiten Bühnenauftritt. Bury Me Again und Tilt sind die beiden Lieder, bei denen sie Mark gesanglich unterstützt. Maris Stimme ist sehr vielfältig, sie passt hervorragend sowohl zur Ballade als auch zur schnellen B-Seite.







Nun wurde State Of Mind gespielt, mein Lieblingslied auf dieser Tour. Direkt im Anschluss folgte This World, das sich immer mehr zu einem meiner Favoriten entwickelt. Dieses Lied entfaltet seine wahre Schönheit erst nach mehrmaligem Hören.



Das Album A Perfect Solution gehört zu den schwächeren mesh Alben. Ich mag es nicht besonders, und das Lied Hold & Restrain wurde damals lediglich als B-Seite einer Vinyl-Single veröffentlicht, weshalb sie nicht besonders bekannt ist.





Mit Kill Us With Silence ertönten nochmal etwas härtere Töne, bevor das reguläre Konzert mit Taken For Granted und Be Kind endete. Der erste Zugabenblock bestand unverändert aus Last One Standing und der Single Born To Lie. Das treibende Exile setzte dann den Schlusspunkt des Abends.




Ich schreibe die Setlist immer mit, trotzdem ist es interessant, ein Foto des Bühnenausdrucks zu machen. Es kam schon öfters vor, dass Lieder spontan weggelassen wurden oder die Reihenfolge versehentlich vertauscht wurde.


Nach dem Konzert machten wir uns zeitnah auf den Rückweg ins Hotel. Es war inzwischen nach 23 Uhr, aber die Stadt machte einen so sauberen und friedlichen Eindruck, dass uns nicht mulmig wurde. Da hatten wir in Berlin schon andere Gefühle. Die U-Bahn kam nach wenigen Minuten, und nach zwei Stationen stiegen wir direkt vor unserem Hotel aus. Der Fahrstuhl brachte uns rauf in die 17. Etage, von wo wir einen wunderbaren Blick auf die Lichter der Stadt hatten.

Setlist
  1. Cipher (Intro)
  2. The Truth Doesn't Matter
  3. A Storm Is Coming
  4. My Protector
  5. Lone Wolf
  6. Crash
  7. Hey Stranger
  8. I Bleed Through You
  9. Kill Your Darlings
10. Everything As It Should Be
11. Bury Me Again
12. Tilt
13. State Of Mind
14. This World
15. Hold & Restrain
16. Kill Us With Silence
17. Taken For Granted
18. Be Kind
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19. Last One Standing
20. Born To Lie
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21. Exile