Mit Jonas im Gepäck fuhren wir nachmittags weiter nach Norden. Gegen 17:30 Uhr kamen wir in Bad Segeberg an. Dieses Jahr hatten wir Karten für die Abendvorstellung gebucht. Auf dem Parkplatz trafen wir Leute mit Winterjacken und warmen Decken. Ob wir da mit T-Shirt und kurzen Hosen zu locker bekleidet waren?
Wir liefen zum Karl-May-Platz, wo uns die Besucher der gerade zu Ende gegangenen Nachmittagsvorstellung entgegen kamen. Als erstes holten wir uns an einem der zahlreichen Kioske eine leckere Currywurst mit Pommes.
Um 19 Uhr war Einlass. Auf dem Weg zu unserem Platz kamen wir an diesem Poster vorbei.
Wir hatten wieder Tickets im Block C, nur diesmal näher dran. Das hatte den Vorteil, die Schauspieler besser sehen zu können, aber auch den Nachteil, dass bei den Actionszenen am Berg einer der beiden Lautsprechermasten in unserem Blickfeld stand.
Dieses Jahr gab es das Stück Halbblut. Die Aufführung hatte nichts mit dem Film Winnetou und das Halbblut Apanatschi aus den 1960ern zu tun, sondern orientierte sich am Buch von Karl May, das auch den Untertitel Der schwarze Mustang trägt.
Der hasserfüllte Comanchen-Häuptling Tokvi-Kava hat seinen Enkel, das Halbblut Ik Senanda, in das Eisenbahner Camp geschleust. Dort geschehen geheimnisvolle Unglücke, und Ik Senanda gerät in Verdacht, hinter diesen Anschlägen zu stecken. Winnetou und Old Shatterhand versuchen, Ik Senandas Unschuld zu beweisen und den wahren Schurken zur Strecke zu bringen.
Die Aufführung bot wieder jede Menge Action. Brennende Dächer und Explosionen beeindruckten uns, der Humor war wohl dosiert, und die Geschichte spannend umgesetzt.
Um 21:30 Uhr war Pause. Seit die Sonne untergegangen war, war es ziemlich frisch, und wir froren. Nächstes Mal müssen wir unbedingt an Jacken denken, wenn wir wieder die Abendvorstellung besuchen möchten. Das Ambiente ist abends auf jeden Fall sehr schön.
Nach zwanzig Minuten ging es weiter. Winnetou wurde von den Comanchen gefangen, erlangte aber durch einen dramatischen Kampf im Feuerring wieder seine Freiheit.
Am Ende wurden die Schurken, die mehrere Explosionen gelegt hatten, durch die auch der Zug entgleiste, überführt.
Ik Senandas Unschuld war bewiesen, und Winnetou und Old Shatterhand ritten davon.
Die Abendvorstellung endete mit einem Feuerwerk am Kalkberg.
Als wir das Freilichttheater verließen, sahen wir die Ankündigung für das kommende Jahr: Im Tal des Todes heißt das nächste Stück für 2026.
Kurz nach 23 Uhr waren wir zurück am Auto und traten die Rückfahrt nach Achim an, wo wir nochmal übernachteten. Morgen sollte es dann zurück in den Süden gehen.