Tori Amos habe ich 2001 durch ihre Coverversion von Enjoy The Silence zum ersten Mal gehört. Ich hatte mir damals neben dem Coveralbum Strange Little Girls auch ihr Album Under The Pink gekauft, wurde mit den Werken aber nicht warm und hab Toris Schaffen somit nicht weiter verfolgt. Zwanzig Jahre später hörte ich mir auf der Suche nach Coverversionen für ein Rätsel erneut Strange Little Girls an – und war geflasht. Wie konnte ich das damals nicht mögen? Auch Under The Pink enthält richtig gute Lieder. Ich begann, mich mit dem gesamten Backkatalog zu beschäftigen, und als Tori im Herbst 2021 ein neues Album veröffentlichte und eine Tour ankündigte, war klar, dass ich da unbedingt hin musste.
Durch die Corona Pandemie wurden die Konzerte um ein Jahr nach hinten verschoben. In der Frankfurter Alten Oper war ich zuletzt 2002 bei der damaligen Deine Lakaien Tour. Im Foyer war der Merch-Stand aufgebaut, und da es hier noch sehr ruhig war, schaute ich mich gleich mal um. Dann ging es in den Saal. Ich hatte mir im Vorverkauf einen Platz in der dritten Reihe gesichert.
Support war die norwegische Singer-/Songwriterin Skaar, die zusammen mit einem Freund, der sie am Stagepiano begleitete, akustische Versionen ihrer Songs aufführte. Das gefiel mir richtig gut. So gut, dass ich total vergessen habe, Fotos zu machen 😉
Leider war nach sechs Liedern schon Schluss, und nach einer kurzen Umbaupause kam Tori Amos mit ihrer Band, die aus einem Schlagzeuger und einem Bassisten bestand, auf die Bühne. Das erste Lied und ein gelungener Start des Abends war die Single A Sorta Fairytale. Mit Ocean To Ocean folgte der Titeltrack des aktuellen Albums.
Es war ein Genuss, Tori beim Klavierspielen zuzusehen. Sie saß bereits im Alter von 4 Jahren am Klavier und beherrscht dieses Instrument unglaublich. Mit Honey spielte Tori eines meiner Lieblingslieder. Für Sister Janet verließen die beiden Live-Musiker die Bühne, so dass wir diesen Song in einer reinen Klavierversion zu hören bekamen.
Die minimalistische Bandbesetzung passte sehr gut zu Toris Musik. Klavier und Bass harmonierten hervorragend, und das Schlagzeug machte das Ganze noch etwas rhythmischer. Auffallend war, dass mit Ocean To Ocean und Devil's Bane nur zwei neue Lieder gespielt wurden. Zudem beschränkte sich die Auswahl der älteren Lieder mit Ausnahme von Give auf die Jahre bis 2002.
Mit Take To The Sky endete bereits nach dem zwölften Lied das reguläre Set des Konzerts. Bevor sie die Bühne verließ gab Tori dem Publikum ein Zeichen, und plötzlich erhoben sich alle von ihren Plätzen und stürmten nach vorne. Trotz etwas Zeitverzögerung, weil ich das Prozedere nicht kannte, erreichte ich einen Platz in der zweiten Reihe mit gutem Blick auf das Klavier. Die Zugabe bestand aus den beiden Singles Cornflake Girl und Hey Jupiter.
Es war inzwischen 22:30 Uhr, und aufgrund der Tatsache, dass ich am nächsten Tag wieder arbeiten musste, trat ich die Heimfahrt an, glücklich, Tori endlich einmal live gesehen zu haben.
Setlist
1. A Sorta Fairytale
2. Ocean To Ocean
3. Wednesday
4. Honey
5. Girl
6. Pandora's Aquarium
7. Sister Janet (solo)
8. Upside Down
9. Amber Waves
10. Give
11. Devil's Bane
12. Take To The Sky
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13. Cornflake Girl
14. Hey Jupiter


















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