Auch heute standen wir um 9 Uhr auf. Eigentlich war für
diesen Tag eine Wanderung auf einen Berg nördlich der Stadt vorgesehen, von wo
man einen tollen Blick auf Oslo und den Olso Fjord hat. Aber aufgrund der Kälte
entschieden wir uns dagegen und stattdessen lieber für die Besichtigung
weiterer Sehenswürdigkeiten der Stadt. Dieses Mal führte uns unser Weg nach
Verlassen des Hotels in östlicher Richtung der gerade aufgehenden Sonne
entgegen. Unser erstes Ziel war das Opernhaus.
Die Oper ist das Gebäude mit den meisten Sonnenkollektoren in Norwegen. Eine der Fassaden ist voller Sonnenkollektoren, die das Gebäude mit Energie versorgen. Das Dach neigt sich nach unten zum Oslo Fjord. Der Clou dabei: Man kann auf das Dach hinauflaufen. Von hier hat man einen schönen Blick auf den Hafen von Oslo. Wir kamen gerade rechtzeitig oben an, um zu beobachten, wie eine Fähre anlegte, und gingen rechtzeitig wieder nach unten, als gerade eine Schulklasse ankam.
Interessant war auch, dass man im Erdgeschoss durch die Fenster Einblicke in die Schneiderei der Oper und die riesige Auswahl an Kostümen, Perücken usw. bekommen konnte.
Direkt neben dem Opernhaus befindet sich das Munch Museum. Der 13-geschossige Bau wurde erst im Oktober 2021 eröffnet und neigt sich mit seiner Glasfassade über die Osloer Bucht. Für Entwurf und Bau war der aus Deutschland stammende Architekt Jens Richter verantwortlich. Das neue Museum wurde wegen seines Designs vielfach kritisiert und wegen seiner Fassade als die größte Leitplankensammlung der Welt bezeichnet. Wir waren gerade mal seit einer Dreiviertelstunde unterwegs und schon so durchgefroren, dass wir uns für einen Abstecher ins Museum entschieden. Der Souvenirshop des Museums bot sich für das Aufwärmen an. Chris fand sogar ein interessantes Buch, das sie mitnahm.
Wieder aufgetaut machten wir uns auf den Weg zur Akrobaten Fußgängerbrücke. Diese 206 Meter lange Brücke überspannt die Gleise des Osloer Hauptbahnhofs. Die Konstruktion aus Stahl und Glas gewann 2012 sogar einen Preis für Stahlbrücken. Die Brücke ist heute ein beliebter Spot für Foto- und Filmaufnahmen. Im Dunkeln ist sie sogar farblich beleuchtet. Dafür waren wir aber jetzt, um 11 Uhr, zur falschen Zeit hier.
Unsere nächste Aufwärmpause machten wir um 12 Uhr im Espresso House an der Domkirche. Bei heißer Schoki und Muffin bzw. Latte Macchiato und belegtem Brötchen schauten wir dem munteren Treiben in Oslos Fußgängerzone zu und waren mal wieder verblüfft, wie viele Einheimische hier ohne Mütze und mit offener Jacke herumliefen. Ein Beweis dafür, dass man sich an alles gewöhnen kann, auch an die Kälte.
Wir entschieden uns, zum Wasserfall bei Molla zu laufen. Ein knapp 20-minütiger Fußmarsch brachte uns in den Stadtteil Grünerløkka. Zuerst erreichten wir den kleineren der beiden Wasserfälle.
Durch den Kubaparken, einen schönen Park mitten in der Stadt, führte uns ein Weg entlang am Fluss Akerselva zum großen Wasserfall. Über eine Holzbrücke gelangten wir auf die andere Seite. Das weitestgehend gefrorene Wasser sah nicht nur faszinierend aus, es verdeutlichte auch, wie kalt es hier war. Dennoch überwog die Verzückung, sodass wir uns eine Weile hier aufhielten.
Nach dem Rückweg machten wir einen kurzen Stopp im Hotel. Richtig: Aufwärmen! Dann brachen wir Richtung Aker Brygge auf. Das deutsche Pärchen, das wir gestern beim Konzert getroffen hatten, hatte uns Tipps für Restaurants mit original norwegischer Küche gegeben. Die Zeit der Dämmerung erschien uns mit etwa einer Stunde ungewöhnlich lang. Als wir um 15 Uhr die Bucht Pipervika erreichten, war die Sonne schon fast untergegangen. Das letzte Sonnenlicht spiegelte sich im Wasser des Oslo Fjord.
Wir liefen hinüber zur Aker Brygge und entschieden uns anhand der aushängenden Speisekarten für das Wirtshaus Rorbua. Zuerst haderten wir ein paar Minuten ob der Preise, die mit umgerechnet 40-50 € pro Gericht noch höher ausfielen als in den anderen Restaurants. Aber die Neugier war größer, und so betraten wir das urige Restaurant mit rustikalem Holzambiente und offenem Kamin in der Mitte. Zum Essen suchten wir uns Rentier und Wildeintopf aus. Geschmacklich absolut hervorragend. Ich hatte u.a. Rosenkohl auf dem Teller, der definitiv nicht nach Rosenkohl schmeckte, sondern ganz anders und viel besser. Für mich war es das beste Essen des Kurztrips, auch wenn der Preis dafür wirklich happig war. Für Chris hält der Lachs vom ersten Tag immer noch Platz 1.
Der anschließende Verdauungsspaziergang führte uns am Fjordufer entlang zum Tjuvholmen Badestrand. Überall war die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet. Sogar manche Boote waren mit Lichterketten geschmückt. Auch der Weihnachtsbaum am Museum zeitgenössischer Kunst machte in voller Lichterpracht nun was her. Es war wunderschön anzusehen, vor allem vor dem Hintergrund, dass Deutschland spart, seiner Bevölkerung zum Nichtschmücken in der Adventszeit rät und sogar die Straßenbeleuchtungen reduziert. Hier ist ausreichend Energie vorhanden und verzückt sowohl Einheimische als auch Touristen.
Um 17:30 Uhr waren wir zurück in der Fußgängerzone und standen vor dem Nationaltheater. Es ist eines der größten und bekanntesten Theater in Norwegen. Die Fassade vereint Elemente des Klassizismus, Jugendstils und Neorokoko. Die Namen der norwegischen Dichter und Schriftsteller Henrik Ibsen, Ludvig Holberg und Bjørnstjerne Bjørnson sind hier ebenfalls verewigt.
Wir drehten noch eine Runde über den angrenzenden Weihnachtsmarkt und erfreuten uns an dem Lichtertunnel. Der Wegweiser zeigte, wie ähnlich die norwegische Sprache der deutschen ist.
Dann war es wieder Zeit zum Aufwärmen, und dafür nutzten wir diesmal einen Souvenirshop am Gedenkpark. Trolle, soweit das Auge blickte.
Auf dem Weg zurück ins Hotel ließen wir im Espresso House an der Domkirche schließlich den Tag ausklingen. Neben den angenehmen Innenraumtemperaturen gönnten wir uns noch etwas Süßes zum Nachtisch.














































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