Samstag, 6. Mai 2023

Nik Kershaw (Konzert)


Nik Kershaw höre ich schon seit den 80ern. Viele kennen nur seine großen Hits von damals. So richtig gut ist der Mann aber meiner Meinung nach erst geworden, seit er nach ein paar Jahren Pause, in denen er hauptsächlich Lieder für andere Interpreten schrieb, 1999 mit dem Album 15 Minutes wieder eigene Musik veröffentlicht. Oxymoron heißt sein neuestes Studioalbum, das im Oktober 2020 während der Corona Pandemie erschien. Damals gab es aus bekannten Gründen keine Tour, und so hoffte ich, trotz der Ankündigung "...mit all seinen großen Hits & mehr", überwiegend neuere Songs zu hören anstatt den ollen Kamellen, die täglich im Radio totgespielt werden.

Ich fuhr nach Stuttgart, fand einen kostenlosen Parkplatz in der Nähe der Liederhalle, und war aufgrund Platzkarten deutlich zu früh vor Ort. Also stiefelte ich kurzerhand zu Five Guys in der nahegelegenen Königstraße, holte mir ne Tüte Fries, setzte mich in die Fußgängerzone und beobachtete das bunte Treiben. Zum Einlass um 19 Uhr war ich zurück an der Liederhalle.



Mein Platz war in der dritten Reihe, direkt am Gang. Ich hatte ihn mir ausgesucht, weil er einigermaßen mittig vor der Bühne lag, die sich in einer Ecke des Raums befand. Merkwürdige Architektur. Was ich nicht bedachte war, dass man ständig gestört wird, wenn jemand in die Reihe rein oder raus möchte. Pünktlich betrat der Support-Act, Seb Wesson, die Bühne, ein Singer-/Songwriter aus England, der einige wirklich sehr schöne Lieder wie Yellow House und The Fire im Gepäck hatte.



Nach einer kurzen Pause erschien dann Nik Kershaw mit seiner Band und legte gleich mit Come On Down los. Dieses Lied hat er erst letztes Jahr beim Aufräumen im Studio gefunden und zusammen mit anderen unveröffentlichten Liedern digital verfügbar gemacht. Nach zwei älteren Liedern spielte er die 1999er Comeback Single Somebody Loves You, und dann folgte mit The Chosen Ones ein Song vom aktuellen Album.




The Riddle erkennt man bereits am Drum-Intro, und irgendwie höre ich dieses Lied im Gegensatz zu Dancing Girls nach all den Jahren immer noch gern. Mit The Wind Will Blow folgte ein weiterer neuer Song, bevor es einen 80er Block aus vier Liedern zu hören gab. Das war mir persönlich etwas zu viel, aber mit Roundabout And Swings erfolgte die Rückkehr zu neuerem Material.




Nach Stick Around vom Album 15 Minutes gab es vier Singles in Folge. Den Anfang machte der 80er Hit Wouldn't It Be Good. The Sky's The Limit schrieb Nik für seinen Sohn, um ihm aufzuzeigen, dass er im Leben alles erreichen kann. Mit Wounded und I Won't Let The Sun Go Down On Me endete das reguläre Programm.




Natürlich kamen Nik und seine Mannen für eine Zugabe zurück. Neben Roses spielten sie zum Abschluss noch The One And Only, ein Lied, das Nik Kershaw 1991 für Chesney Hawkes schrieb und zu einem großen Erfolg wurde.



Das Publikum bei den Nik Kershaw Konzerten ist schon sehr eigenartig. Die Leute sitzen lethargisch auf ihren Stühlen und klatschen brav am Ende eines Liedes. Sobald einer der drei großen Hits aus den 80ern gespielt wird (I Won't Let The Sun Go Down On Me, Wouldn't It Be Good und The Riddle) stehen sie auf, tanzen, jubeln und kreischen, und setzen sich direkt im Anschluss wieder brav hin, um in aller Seelenruhe die anderen Lieder anzuhören. Ich kann das absolut null nachvollziehen und finde es für Nik Kershaw äußerst schade, dass er als Musiker von seinen Fans auf drei Lieder reduziert wird. Nichtsdestotrotz war es schön, ihn mal wieder live gesehen zu haben.

Setlist
  1. Come On Down
  2. Radio Musicola
  3. Wide Boy
  4. Somebody Loves You
  5. The Chosen Ones
  6. Dancing Girls
  7. Can't Get Arrested
  8. The Riddle
  9. The Wind Will Blow
10. Cowboys And Indians
11. When A Heart Beats
12. Don Quixote
13. Bogart
14. Roundabout And Swings
15. Stick Around
16. Wouldn't It Be Good
17. The Sky's The Limit
18. Wounded
19. I Won't Let The Sun Go Down On Me
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20. Roses
21. The One And Only

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