Wir waren im April beim Solar Fake Konzert (siehe dieses Posting), und es hat uns so gut gefallen, dass wir uns überlegt haben, die Band nochmal im Rahmen eines kleinen Festivals in einem Schafstall auf einer Hallig in der Nordsee zu sehen. Die Bands des ersten Tages interessierten uns nicht die Bohne, und so kauften wir uns nur ein Ticket für den zweiten Festival-Tag.
Heute morgen ging es dann nach dem Frühstück los. Wir fuhren gen Norden, an Hamburg vorbei und weiter Richtung dänischer Grenze. Wir landeten natürlich mal wieder im Stau, kamen jedoch noch rechtzeitig um 12:30 Uhr am Fährhafen Schlüttsiel an.
Die Blase drückte, und so gingen wir erst einmal auf's WC. Hier hing dieses Schild. Ich kannte bislang schon Plattfüße oder auch Senk- und Spreizfüße, aber Schlickfüße waren mir neu 😉
Auf der anderen Seite des Damms erblickten wir die Nordsee.
Im Fährhafen lag bereits unser Schiff, die SeeAdler, und wartete auf die Passagiere.
Gegen Vorzeigen unserer Tickets bekamen wir ein Tagesbändchen für's Festival um das Handgelenk. Pünktlich um 13:30 Uhr legte die SeeAdler ab.
Wir fuhren an der Insel Gröde vorbei. Viel los war nicht auf unserem Schiff. Ein paar Festivalbesucher von gestern hatten wohl auf der Hallig übernachtet.
Nach rund 75 Minuten kamen wir auf der Hallig Langeneß an. Die Halligen sind kleine, nicht oder nur durch eine Steinkante geschützte Marschinseln im nordfriesischen Wattenmeer in Schleswig-Holstein sowie an der Nordseeküste Dänemarks. Dieses Poster mit einer Landkarte hing auf dem Schiff. Wir waren also südlich der Insel Föhr.
Nachdem wir die SeeAdler verlassen hatten, stiefelten wir die einzige Straße entlang in Richtung der nächsten Gebäude.
Diese Kühe nahmen offenbar auch am Sitzstreik teil wie die bei uns in Oyten. Bis auf die überwiegend weiße Kuh. Der Außenseiter ist wohl nicht in der Gewerkschaft und muss stehen 😉
Ein paar Meter weiter kamen wir an diesem Schild vorbei 😉
Auf einem leichten Hügel lag das Gasthaus Hilligenley. Es war inzwischen 15 Uhr, und wir hatten seit dem Frühstück vor knapp sieben Stunden nichts mehr gegessen. Ein letzter Blick zurück zum Schiff, und dann betraten wir voller Vorfreude das Lokal. Tische gab es genug, die sich nach und nach füllten. Leider wurden wir darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Küche geschlossen hätte, es aber nachher beim Festival diverse Essensstände gäbe. Na gut, dann tranken wir wenigstens eine Kleinigkeit.
Um 16 Uhr war Einlass zum Festivalgelände. Wir waren bei den ersten, die den Weg zum Schafstall antraten. Der Hunger trieb uns an. Ein Gedränge, wie man es von anderen Konzerten oder Festivals kennt, gab es hier nicht. Bei einer Größenordnung von ca. 250 Besuchern gab es auch keinen Anlass dazu.
Leider war das Essen noch nicht soweit, und so warfen wir schon mal einen Blick in den Schafstall, wo nachher die Bands auftraten. Recht überschaubar, klein und gemütlich. An der Seite war ein Merchandise-Stand aufgebaut.
Wir gingen wieder hinaus und schauten erneut an den Essensständen vorbei. Es gab Currywurst, Nudelpfanne, Pulled-Pork im Brötchen und Paella. Super! ☹
Während wir noch überlegten, welches Gericht das kleinste Übel war, kam Vasi um die Ecke. Der Keyboarder war heute mit seiner Band Future Lied To Us am Start. Im April hatten wir ihn noch mit Frozen Plasma gesehen (siehe dieses Posting). Ich fragte ihn, ob er mich noch kennt, und er meinte "klar" und wir überlegten, dass es inzwischen 15 Jahre her sein muss, dass wir uns zuletzt sahen. Leider wurde er von einem Crewmitglied gerufen und musste weiter, aber der Abend war ja noch lang.
Immerhin wurde uns nun die Essensentscheidung abgenommen: Die Currywurst war als erstes fertig, der Rest wurde gerade erst angeliefert. Na gut, besser als nichts. Wir kauften uns zwei Currywürste für jeweils 6 €. Ja, kein Tippfehler, in Worten sechs Euros. Aber immerhin bekamen wir dafür auch die schlechteste Currywurst, die ich in meinem Leben je gegessen habe. Und es war noch nicht einmal ein Brötchen dabei. Wurst mit komischer Tomatensoße und Currypulver, das in der Soße wie von Zauberhand verschwand. Wie sagt man so schön? Der Hunger treibt's rein und der Ekel runter.
Bis zum avisierten Beginn um 17:45 Uhr war es noch etwas hin, und wir nutzten die Zeit für einen Spaziergang. Raus aus dem Festivalgelände und entlang der Wiesen auf der Hallig. Es war ziemlich windig, und als es auch noch leicht anfing zu regnen, kehrten wir um.
Im Schafstall bekamen wir einen schönen Platz in der ersten Reihe auf der linken Seite. Future Lied To Us hieß die erste Band des Abends und machte uns gleich viel Freude. Sabine gefällt dieses Projekt von Vasi deutlich besser als Frozen Plasma. Vielleicht macht es die Mischung, denn neben Vasi ist Krischan von Rotersand ein weiterer Teil der Band. Ich mochte die Lieder, die die Jungs heute spielten, ebenso. Das riecht mal wieder nach einem CD-Kauf 😉
Als nächste Band kamen dann Solar Fake auf die Bühne, die der Hauptgrund für unsere heutige Anwesenheit waren. Sänger Sven hüpfte wie gewohnt über die Bühne, und es bleibt festzuhalten, dass das zweite Konzert unseren Eindruck vom ersten Mal festigte: Diese Band kann man sich live echt gut ansehen.
Die dritte und letzte Band waren Covenant aus Schweden. Mit deren Musik können wir nicht viel anfangen. Bis auf zwei, drei Songs holen die Jungs uns einfach nicht ab. Und so gingen wir nochmal nach draußen und schnappten frische Luft.
Es war inzwischen 20:45 Uhr und unsere Mägen verlangten Nachschub. Wir überlegten kurz und kauften uns dann tatsächlich eine Nudelpfanne zu 7 €. Ein Kuchenteller mit Nudeln und Karottenstückchen, geschmacklich äußerst neutral, und so üppig, dass für jeden von uns ungefähr vier Gabeln heraussprangen. Ich hatte nur wenig Mitleid, als der Veranstalter erwähnte, dass es sich bei der diesjährigen Veranstaltung um das letzte Festival dieser Art auf der Hallig handeln würde.
Da es draußen inzwischen ziemlich kalt war, gingen wir zurück in den Schafstall und schauten uns das restliche Covenant Konzert von hinten an.
Irgendwann kam Sven von Solar Fake zum Merch-Stand, und Sabine wollte gerne ein Foto mit ihm. Vasi tauchte leider nicht mehr auf, sonst hätte ich ihn auch um ein Foto gebeten.
Nachdem Covenant zu Ende gespielt hatten, liefen wir im kalten Wind und Nieselregen zurück zum Schiff. Die SeeAdler trat die Rückfahrt zum Fährhafen Schlüttsiel an. Aufgrund des Wetters hatte die Nordsee nun ordentlich Wellengang und Sabine mit Übelkeit zu kämpfen.
Kurz nach Mitternacht waren wir wieder auf dem Festland, liefen schnellen Schrittes durch das nasse Wetter zum Auto und steuerten den nächstgelegenen McDonald's an. Dieser hatte leider zu, nur der Drive Through war noch geöffnet, so dass wir zur nächsten Filiale fuhren, die noch auf hatte. Wir hatten einen Bärenhunger, und wie das so ist, isst man dann immer mehr als man soll.
Mit voller Wampe absolvierten wir den Rest der Heimfahrt und fielen schließlich um 4:30 Uhr mit Erinnerungen an ein etwas anderes Festival todmüde ins Bett.