Im Oktober letzten Jahres sah ich The National zum ersten Mal live. An diesem Abend beschloss ich, bei der nächsten Tour erneut dabei zu sein. Nur wenige Wochen später wurde das heutige Konzert im Rahmen der Sommer-Festivals angekündigt, und ich kaufte mir umgehend ein Ticket. Nachdem ich Sabine kennengelernt hatte und wir für Ende Juni ein paar Tage wegfahren wollten, war eigentlich geplant, dass ich das Konzert als Zwischenstopp für die Fahrt zu ihr nach Bremen nutze. Durch meinen spontanen, schnellen Umzug, ergab sich nun eine gänzlich neue Situation, mit Hin- und Rückfahrt vom Norden aus.
Ich fuhr direkt nach dem Mittagessen los, um pünktlich zum Einlass um 17 Uhr in Bonn zu sein. Parken konnte man direkt neben dem Kunst!Rasen-Gelände in einer Tiefgarage. Obwohl am Einlass schon eine lange Schlange stand und ich drin auch noch kurz aufs WC ging, verlief sich das Ganze auf dem großen Gelände. Ich hatte ein Front of Stage Ticket, also für den exklusiven Bereich direkt vor der Bühne. Dieser Bereich war sehr groß, und ich war froh, mich beim Ticketkauf so entschieden zu haben. Ansonsten wäre ich mindestens 30 Meter von der Bühne weggestanden.
Ich fand einen guten Platz in der dritten Reihe, recht mittig vor der Bühne, mit dem ich sehr zufrieden war. Die anderthalb Stunden Wartezeit bis zum Beginn zogen sich dann aber etwas. Immerhin war es sonnig und warm. Um 18:30 Uhr betrat Bess Atwell die Bühne. Die britische Sängerin spielte eine halbe Stunde lang ihre Lieder inkl. der aktuellen Single Release Myself. Dann begann die Umbaupause.
Um kurz nach 19:30 Uhr betraten The National die Bühne. Zum Einstieg gab es wie gewohnt ein ruhiges Lied, diesmal war es Runaway. Dann ging es mit neuen Songs weiter: Eucalyptus und Tropic Morning News vom Album First Two Pages Of Frankenstein. Auf Don't Swallow The Cap folgte Bloodbuzz Ohio. Ich freute mich riesig, dass mit I Need My Girl eines meiner Lieblingslieder gespielt wurde.
Auch Conversation 16 gehört zu meinen Favoriten. Aufgrund des enormen Repertoires der Amerikaner war zu erwarten, dass sie gegenüber dem Konzert im Oktober ein paar Lieder auf der Setlist tauschen werden. Und so gab es mit Cherry Tree und Abel im weiteren Verlauf zwei ältere Stücke, bevor es mit Songs der beiden aktuellen Alben vom letzten Jahr weiterging.
Was mich an The National vom ersten Moment an live faszinierte, war die enorme Nähe der Band bzw. des Sängers Matt Berninger zum Publikum. Bei nahezu jedem Lied bezieht er seine Zuhörer mit ein. Mal mit Gesten, mal indem er sich nach vorne beugt und auf einzelne Personen zeigt. Und regelmäßig verlässt er die Bühne und begibt sich direkt hinein ins Publikum. Da er kein Funkmikrofon benutzt, hat der für das Mikrofonkabel zuständige Roadie bei den Konzerten immer jede Menge zu tun und sieht häufig genervt aus. Ich frage mich zudem immer wieder, wie lang solche Kabel wohl maximal sein können, denn Matt läuft auch gerne mal quer durch die Halle nach hinten, bzw. heute auf dem Open Air Gelände bis zur hinteren Absperrung des Front of Stage Bereichs, um auch die Fans dahinter zu erreichen.
Für den Song Rylan betrat Bess Atwell nochmal die Bühne und sang zusammen mit Matt. Das Lied England musste unterbrochen werden, nachdem ein paar Meter hinter mir offenbar jemand zusammengebrochen war. Vielleicht zu wenig getrunken oder Kreislauf, jedenfalls mussten die Sanitäter kommen. Matt signierte in der Zwischenzeit eine LP für einen Fan und bedankte sich anschließend bei den Rettungskräften für ihren Einsatz. Dem Konzertbesucher schien es auf jeden Fall wieder gut zu gehen.
Nachdem England wiederholt wurde, ging es mit Light Years weiter. Fake Empire ist ein kritischer Song über das Heimatland der Band und gleichzeitig eines der erster Lieder, die ich von The National gehört habe. Space Invader beendete dann den regulären Teil des Konzerts.
Natürlich ließ es sich Matt nicht nehmen, nochmal von der Bühne zu steigen und den Kontakt zu den Fans zu suchen. Dass er sich eine Weile im Fotograben aufhielt und dort an die Bühne gelehnt weitersang, gefiel sogar einem Security Mitarbeiter. Das erlebt dieser sicher nicht so oft.
Schon nach wenigen Minuten kam die Band für die Zugaben zurück auf die Bühne. Meine persönlichen Highlights waren hier Terrible Love und About Today. Die Jungs gaben nochmal alles, und Matt unternahm nochmal einen letzten Ausflug zu den Fans in der ersten Reihe. Dann waren die Akkus aber auch leer. Mit Vanderlyle Crybaby Geeks endete das Konzert gegen 22 Uhr.
Es dauerte eine ganze Weile, bis sich der Front of Stage Bereich durch den schmalen Ausgang leerte. Im regulären Zuschauerbereich befand sich der Merchandise-Stand. Hier kaufte ich mir noch ein T-Shirt und einen Hoodie. Dann lief ich zügig zurück zur Tiefgarage, denn es lagen noch drei Stunden Fahrt vor mir. Leider war um Köln herum ein großer Stau, was mich viel Zeit kostete. Ich kam erst kurz nach 2:30 Uhr zuhause an. Trotzdem war ich froh, das Konzert gesehen zu haben, und selbstverständlich bin ich das nächste Mal wieder mit von der Partie.
Setlist
1. Runaway
2. Eucalyptus
3. Tropic Morning News
4. Don't Swallow The Cap
5. Bloodbuzz Ohio
6. The System Only Dreams In Total Darkness
7. I Need My Girl
8. Apartment Story
9. Conversation 16
10. Cherry Tree
11. Abel
12. Alien
13. Deep End (Paul's In Pieces)
14. Day I Die
15. Rylan
16. England
17. Light Years
18. Graceless
19. Fake Empire
20. Space Invader
---------------
21. Weird Goodbyes
22. Mr. November
23. Terrible Love
24. About Today
25. Vanderlyle Crybaby Geeks

















.jpg)













Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen