Mein Lieblingsregisseur ist Christopher Nolan. Sein neuester Film, der komplett mit analogen IMAX Kameras gedreht wurde, läuft seit 16. Juli in Deutschland. Obwohl es einige IMAX Kinos in Deutschland gibt, haben wir hier keinen einzigen Saal, in dem man den Film so sehen kann, wie er gedreht wurde. Dazu müsste man tatsächlich nach London oder Prag fliegen, wo es entsprechend ausgestattete Kinosäle gibt. Um trotzdem ein beeindruckendes Kinoerlebnis zu haben, entschied ich, uns Karten für das IMAX Kino im Traumpalast Leonberg zu kaufen, wo wir bereits im Januar Avatar – Fire and Ash sahen (siehe dieser Blog-Post). Auch wenn sie im falschen Format ist und lediglich digital betrieben werden kann, so steht hier zumindest die größte IMAX Kinoleinwand der Welt.
Inhaltlich hat Christopher Nolan die Odyssee verfilmt. Das Epos des griechischen Dichters Homer handelt von der langen, gefährlichen Heimreise und den damit verbundenen Abenteuern des Königs Odysseus nach dem Ende des Trojanischen Kriegs. Nolan erzählt seine Geschichten häufig verschachtelt, indem er z.B. Zeitebenen benutzt, oder eine Handlung vorwärts und eine andere Handlung rückwärts laufen lässt. In Die Odyssee verzichtet er weitgehend auf solche anstrengenden Spielereien und nutzt stattdessen Rückblenden, um die Handlung nicht linear erzählen zu müssen.
Als alter Lateiner und ehemals an griechischer und römischer Geschichte interessierter Schüler, hatte ich richtig Gefallen an diesem Film. Matt Damon spielt den vom Krieg gebrochenen Odysseus, durch dessen List mit dem Pferd die Stadt Troja überhaupt erst eingenommen werden konnte, absolut glaubhaft. Der Kampf mit dem Zyklopen, die Gesänge der Sirenen, die Zauberin Circe, die Odysseus' Mannschaft in Schweine verwandelt... das alles wurde bildgewaltig von Christopher Nolan in Szene gesetzt. Am Ende kehrt Odysseus als Bettler verkleidet nach Ithaka heim und muss sich in einem Wettkampf den Freiern, die an seinem Hof seine Frau Penelope belagern, stellen.
Wir hatten Karten für die Vorstellung um 14:30 Uhr, waren aber deutlich zu früh da, so dass wir nebenan auf der Terrasse des Metropolitan noch etwas tranken. Als wir schließlich zurück ins Kino kamen, um Popcorn zu kaufen, waren dort bereits lange Schlangen an den Kassen. Wir schafften es gerade noch so rechtzeitig auf unsere Plätze, bevor der Werbeblock startete.
Die Odyssee läuft knapp drei Stunden, und die vergingen wie im Flug. Für mich zählt dieser Film als weiteres Meisterwerk meines Lieblingsregisseurs, und ich freue mich bereits jetzt auf den Heimino-Release in Form einer 4k-UHD-Disc. Sabine gefiel der Film nicht ansatzweise so gut wie mir, aber sie hat tapfer durchgehalten. Beim Verlassen des Kinosaals machte ich noch dieses Foto von dieser beeindruckenden Location.
Nach drei Stunden Film plus Werbung drückte gehörig die Blase, und so mussten wir uns zuerst einmal an den WCs anstellen, bevor wir die Heimfahrt antreten konnten. Wie es sich für eine Stadt in Süddeutschland gehört, waren am Parkhaus auch noch satte Parkgebühren von 7,50 € fällig. Das Filmerlebnis in diesem Kino war mir das allerdings wert, und beim nächsten technisch anspruchsvollen Film werden wir bestimmt erneut die Fahrt hierher auf uns nehmen.





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