Nach dem Frühstück sind Sabine und ich zum Kaufhaus Stolz gefahren. Lynn und Jonas brauchten noch etwas länger, u.a. im Bad, und wir wollten die Zeit schon mal nutzen. Das Kaufhaus ist stark auf Touristen ausgelegt. Neben jeder Menge Klamotten gibt es auch Strandutensilien und Souvenirs zu kaufen. Der Eingangsbereich war voll von maritimen Mitbringseln.
Anschließend fuhren wir zurück zur Ferienwohnung und holten die Kinder ab. Zusammen liefen wir dann zu Fuß nach Scharbeutz in die Fußgängerzone. Sabine freute sich, wieder am Meer zu sein.
Vom Pier kam uns eine Blaskapelle entgegen. Dieses Wochenende war hier Schützenfest, und diese Kameraden waren für den guten Ton zuständig. Uff-da-uff-da-uff-da-da 🙈
Auf dem Pier waren wir bereits gestern Abend, und so schlenderten wir gemütlich die Promenade entlang von Laden zu Laden.
Für den Rückweg wählten wir den Strand.
Jonas war der Einzige von uns, der sich ins Wasser traute. Die Ostsee ist hier sehr flach, so dass er ein gutes Stück hinaus laufen konnte. Hier kam er gerade wieder zurück von seinem Wasserspaziergang.
Am Pier erreichten wir wieder die Promenade. Hier stand ein Automat, den ich zuerst nicht richtig zuordnen konnte, da er wie ein Parkscheinautomat aussah, was in einer Fußgängerzone aber keinen Sinn ergibt. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass man hier Eintritt bezahlen musste, wenn man an den Strand wollte. Krass! Wir hatten aufgrund der OstseeCard, die in der Kurtaxe für die Ferienwohnung enthalten war, freien Zugang zum Strand, aber für Tagesbesucher finde ich das schon unverschämt, Eintritt für den reinen Zugang zum Meer zu verlangen.
Der Stromverteilerkasten war mit einer Karte der Umgebung bemalt. Hier konnte man schön sehen, wo wir uns gerade befanden, und auch der Timmendorfer Strand etwas weiter südlich, an dem Sabine und ich bereits zwei Mal waren, war eingezeichnet.
Wir setzten uns auf ein Bänkchen. Lynn und ich holten Crepes von einer Eisdiele auf der anderen Straßenseite, die wir hier am Strand aßen.
Dann war es auch schon Zeit, zurück zur Ferienwohnung zu gehen. Nochmal kurz durchs Bad, warme Decken eingepackt, und dann fuhren wir gemeinsam die 35 Kilometer nach Bad Segeberg. Aufgrund eines Staus benötigten wir hierfür eine knappe Stunde. Vom Parkplatz mussten wir schließlich weitere knapp 20 Minuten durch den Ort bis zum Karl-May-Platz laufen. An den Straßenlaternen waren verschiedene Poster montiert, und die Bewohner eines Hauses nutzten die Unmengen an vorbeilaufenden Touristen dazu, ein bisschen Geld einzunehmen.
Um 18 Uhr kamen wir am Karl-May-Platz an. Das obligatorische Foto mit dem Plakatmotiv der diesjährigen Vorstellung durfte genauso wenig fehlen wie die Currywurst mit Pommes. Darauf freuen wir uns jedes Jahr, denn so lecker wie hier schmeckt uns das sonst nirgendwo.
Einlass war um 19 Uhr, und eine Stunde später sollte die Vorstellung beginnen. Wir waren etwa 15 Minuten vor Beginn an unseren Plätzen. Es ist immer wieder aufs Neue schön, die Kulisse am Kalkberg zu erblicken.
Bei der Abendvorstellung wird es nach Sonnenuntergang meistens ziemlich frisch, weshalb wir dieses Jahr genügend warme Decken mit hatten. Das gemeinsame Foto wollte heute nicht so recht gelingen, irgendwer schaute immer komisch aus, aber wir hatten unseren Spaß und alberten viel herum.
Dann ging es endlich los. Es dauerte nicht lange, bis die bösen Schurken aufkreuzten und unbescholtene Bürger entführten, um sie in einer Quecksilbermine schuften zu lassen. Auch die Postkutsche wurde überfallen und fing dabei Feuer.
Der Erste der Guten, der auf der Bildfläche erschien, war Sam Hawkens, wenn ich mich nicht irre 😉
Winnetou und sein Blutsbruder Old Shatterhand trafen sich in einem Indianerdorf und erfuhren, dass Böses im Gange ist.
Im mexikanischen Dorf wurde getanzt und gefeiert, bis auch hier die Schurken aufkreuzten.
Die Inszenierung der Karl May Abenteuer in Bad Segeberg geht stets mit einigen coolen Stunts vonstatten. Feuer spielt dabei eine wichtige Rolle, wie hier, wo ein Mann durch eine Explosion in Brand gerät.
Diese beiden Statisten hatten den schwersten Job von allen 😂
Die bösen Schurken versuchten, zwei Indianerstämme gegeneinander aufzuwiegeln. Winnetou und Old Shatterhand wollten das verhindern, konnten aber nur hilflos mit ansehen, wie die Schamanin des einen Stammes entführt wurde.
Nach einer Stunde war Pause. Ich nutzte die Gelegenheit, ging hinunter an den Rand des Freilichttheaters und schaute mir die Kulissen aus der Nähe an.
Zusammen mit Lynn ging ich anschließend ins Indian Village. Hier waren wir noch nie, Sabine sagte mir später, dass sie da auch noch nie gewesen sei. Es sind ein paar Spielstationen für Kinder aufgebaut, wie das Hufeisenwerfen, das wir gerne ausprobierten und kläglich scheiterten 😉
An einem Zaun hängen die Portraits der verschiedenen Schauspieler, die bei den Karl May Inszenierungen in Bad Segeberg im Laufe der Jahre dabei waren. U.a. ist hier der Original Winnetou – Pierre Brice – zu sehen, der hier von 1988 bis 1991 seine Paraderolle spielte.
An einer anderen Wand hängen die Poster sämtlicher Aufführungen der Karl-May-Spiele von 1952 bis heute.
Nach zwanzig Minuten ging die Vorstellung weiter. In der zweiten Hälfte befreiten Winnetou und Old Shatterhand die Schamanin. Dann machten sie Jagd auf die bösen Ganoven.
Eine weitere Besonderheit bei den Inszenierungen in Bad Segeberg ist es, dass die Schauspieler auch die Wege zwischen den Sitzplätzen des Publikums nutzen. Hier rennen gerade Sir Raffley und sein Anwalt an uns vorbei. Die beiden waren in dieser Aufführung für einige Lacher zu haben.
Auch Tierstunts gehören zur Aufführung, wie der Falke, der über die Köpfe der Zuschauer hinweg fliegt.
Am Ende kämpften Winnetou und Old Shatterhand gegen die Banditen, und es kam zum Finale an der Quecksilbermine.
Winnetou stand oben auf dem Berg und schoss einen brennenden Pfeil auf die Mine, die daraufhin in Flammen aufging.
Der böse Roulin wurde besiegt, und die beiden Blutsbrüder verabschiedeten sich von ihrem Freund Sam Hawkens und der Schamanin. Wieder einmal hatten die Guten gewonnen.
Nach dem Ende der Vorstellung wurden alle Darsteller vorgestellt und versammelten sich vor den Kulissen.
Die Abendvorstellungen enden immer mit einem Feuerwerk am Kalkberg.
Es war inzwischen 22:30 Uhr, und wir verließen die Location. Auf dem Weg nach draußen gab es bereits die Vorankündigung auf das nächste Stück. Im kommenden Jahr wird Unter Geiern aufgeführt. Auf diese Geschichte bin ich jetzt schon mächtig gespannt, denn der Karl May Film dazu aus den 60ern gehört zu meinen Lieblingsfilmen aus der Reihe.
Wir hatten nun erneut zwanzig Minuten Fußweg bis zum Parkplatz vor uns und fuhren dann direkt in unsere Ferienwohnung.



















































































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