Heute haben wir
um kurz vor halb neun ausgecheckt. Wir verließen die Glen Canyon Recreation
Area und fuhren in Richtung Page.
Da sich Dominic nicht mehr erinnerte, dass
wir hier 2009 schon mal waren, hielten wir spontan am Scenic View des Glen
Canyon Damms an und liefen die paar Meter zum Aussichtspunkt hinunter.
Auf dem
Rückweg fragte Dominic, ob es sich bei dem Fluss ebenfalls um den Colorado
River handelte. Wir bejahten. Eine kurze Denkpause später sprudelte aus ihm
heraus: „Boah ey, jetzt fühl‘ ich mich voll verarscht. Wir wandern den ganzen
Grand Canyon hinunter und hier kommt man viel einfacher an den Fluss.“ Das war
schon jetzt der Spruch des Tages. 😊
Gegen 9:00
Uhr fuhren wir die kurze Strecke zu Jack in the Box, wo wir frühstückten.
Eine halbe
Stunde später waren wir auf der 89 nach Süden. An einem Aussichtsparkplatz
hielten wir kurz an und genossen den Blick über die weite Ebene, durch die uns
der weitere Weg führte.
Bei Bitter Springs
bogen wir auf die 89A in Richtung Kanab / Fredonia ab. Nach 22 Kilometern
erreichten wir um 10:15 Uhr die Navajo Bridge, die den Colorado River im Marble
Canyon überquert. Hier machten wir ebenfalls eine kurze Pause.
Schon zehn
Minuten nachdem wir die Brücke passiert hatten, erreichten wir die Cliff
Dwellings (Klippenwohnungen). Diese Steinformationen sehen aus wie Pilze. Unterwegs
waren wir von den tiefhängenden Wolken beeindruckt, die die Bergspitzen
umhüllten.
Um 10:45 Uhr
machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Grand Canyon North Rim, unserem
heutigen Tagesziel. Je weiter wir nach Westen kamen, desto grüner wurde die
Gegend und bald erreichten wir den Kaibab National Forest. Am Straßenrand
standen alle paar Meilen Schilder, die uns auf die Höhenlage hinwiesen. Bald
hatten wir 8.000 Fuß erreicht, was etwas mehr als 2.400 Metern entspricht. So
wie die Höhe zunahm, nahm die Temperatur ab, und als wir um 11:25 Uhr das
Kaibab Plateau Visitor Center bei Jacob Lake erreichten, zeigte der
Bordcomputer noch eine Außentemperatur von 42° F (5,5° C) an. Hier lag tatsächlich
Schnee.
Schon am
South Rim liebäugelte Chris mit einem Grand Canyon T-Shirt, auf dem stand: 'Down
is optional, up is mandatory'. Nachdem Chris tatsächlich am Grund des Canyons
war und es dieses Shirt auch hier im Shop gab, musste es nun mit.
Nach einer knappen
Viertelstunde fuhren wir die Stichstraße zur Grand Canyon Lodge weiter. Auf den
nun folgenden 70 Kilometern hatten wir abwechselnd Regen und Schneeregen, Sonne
und Nebel. Mittlerweile befanden wir uns auf über 8.800 Fuß (knapp 2.700 Meter),
und die Temperatur sank auf 36° F (2° C). Wir legten immer wieder Fotostopps
ein, vor allem weil uns die abgebrannten Bäume vom letzten Waldbrand im Sommer
faszinierten. Die schwarzen Stämme bildeten einen deutlichen Kontrast zu den
jungen Birken mit ihren goldgelben Blättern und dem schneebedeckten Boden.
Um 12:25 Uhr
kamen wir am Grand Canyon National Park an. Da unser Ticket vom South Rim noch gültig war,
durften wir sofort passieren.
Der Parkplatz
an der Grand Canyon Lodge war ziemlich voll. Hier hatten wir eine der
zahlreichen Cabins gebucht. Als wir gegen 13:00 Uhr an der Rezeption ankamen,
war das Häuschen erwartungsgemäß noch nicht zum Einchecken fertig. Man bat uns
freundlich, später nochmal wieder zu kommen.
Unser Blick
fiel auf ein Plakat, auf dem ein All-you-can-eat Buffet beworben wurde. Uns
wurde geraten, rechtzeitig einen Tisch zu reservieren, was wir umgehend zu
16:30 Uhr taten.
Auf dem Weg
zurück zum Auto machten wir einen kurzen Abstecher in den Souvenir Shop
nebenan. Dieser war größer als erwartet. Da Dominic im Auto wartete, blieb es
beim kurz. Am Auto entschieden wir, die Wartezeit bis zum Check-in zu nutzen
und schon mal den Bright Angel Point Trail entlang zu gehen, der direkt am
North Rim verläuft und nur etwa 800m lang ist. Da es immer noch nieselte und
sehr kalt war, zogen wir uns am Auto zunächst noch wärmere Sachen über und aßen
eine Kleinigkeit von unserem Obst, bevor wir loszogen.
Wir waren
uns nicht sicher, ob es Nebelschwaden oder tiefhängende Wolken waren, die
vorbeizogen. Auf jeden Fall erzeugten sie teilweise eine gespenstische
Atmosphäre, gaben immer wieder den Blick auf den Canyon frei, um ihn dann
wieder zu verhüllen. Vom Bright Angel Point hatten wir einen fantastischen
Fernblick bis rüber zum South Rim. Wir konnten sogar den Indian Garden
erkennen, wo wir vor wenigen Tagen bei unserer großen Wanderung Rast machten.
Auf dem
Rückweg zur Lodge kamen wir mit einer Frau aus dem Elsass ins Gespräch und
erzählten dabei von unserer Wanderung zum Colorado River und zurück. Sie war
verblüfft und überrascht und berichtete uns, dass sie vor ein paar Jahren
(allerdings im Juli) ebenfalls den South Kaibab Trail bis zur Cedar Ridge
hinunter und zurück wanderte. Allerdings endete ihr Erlebnis in einer Rettung.
Auf dem Rückweg war sie mit den Kräften am Ende. Zusammen mit einer anderen
Wanderin, die sich um sie kümmerte, warteten sie auf eine Rangerin. Von beiden
gestützt schaffte sie es schließlich wieder nach oben. Das wiederum hat uns
überrascht, denn die Frau war schlank und wirkte sportlich.
Um 15:15 Uhr
waren wir wieder an der Rezeption. Leider hatten wir noch immer kein Glück.
Unsere Cabin war nach wie vor nicht fertig und wir sollten um 16:00 Uhr nochmal
kommen. Diese Dreiviertelstunde wollten wir im Warmen verbringen und so bot es
sich an, jetzt den Souvenirshop ausführlicher unter die Lupe zu nehmen. Es gab
hier wirklich tolle Sachen (auch ein Nebenraum mit indianischer
Handwerkskunst), und so war es kein Wunder, dass wir fündig wurden.
Um 16:00 Uhr
standen wir erneut an der Rezeption und fragten, ob unsere Cabin nun bereit
sei. Wir erhielten zur Antwort, dass die von uns gebuchte Kategorie überbucht
sei. Na toll. Die nächsten Worte waren „but it is your lucky day“, und ehe wir uns
versahen, bekamen wir ein kostenloses Upgrade und die Schlüssel zur Cabin Nr.
301, eine von vieren, die direkt am Rim stehen und dementsprechend einen
grandiosen Ausblick haben. Uns fiel fast die Kinnlade auf die Theke. Wir holten
unsere Sachen aus dem Auto, parkten näher an der Lodge (es waren nun ein paar
Parkplätze frei geworden) und konnten unser Glück kaum fassen. Absolute Traumlage
und wunderschöne Cabin mit Fireplace und Front Porch inkl. Schaukelstühlen.
Pünktlich um
16:30 Uhr gingen wir zum Bright Angel Buffet, welches im Grand Canyon Lodge
Auditorium, einem separaten Saal, aufgebaut war. Wir durften unseren Tisch selbst
aussuchen. Da um diese Zeit außer einem weiteren Tisch noch nichts los war,
setzten wir uns an einen Fensterplatz und hatten nun auch noch beim Essen diese
einzigartige Aussicht. Das Essen war vielseitig und sehr lecker. Besondere
Erwähnung haben die bunten Kartoffeln verdient (u.a. orange und violett).
Als wir zur
Cabin zurückgingen, begann der Canyon im Sonnenuntergang zu leuchten. So
drehten wir nochmal eine kleine Runde auf dem Bright Angel Point Trail.
Eigentlich
wollten wir den Abend in unserer schönen Cabin verbringen. Chris hatte
allerdings gelesen, dass um 20:00 Uhr ein Vortrag von einer Rangerin über die
Geschichte des National Park Services stattfand. Und so gingen wir drei –
nachdem wir unsere Fotos gesichert und die Stichpunkte für den Blog notiert
hatten – erneut ins Auditorium. Rangerin Rachel erzählte beeindruckend und
mitreißend 90 Minuten lang, wie sie aus New York City stammend National Park Rangerin
am Grand Canyon North Rim wurde und damit ihren Traumjob gefunden hatte. Sie
berichtete auch von Kolleg(inn)en und deren Liebe zu ihrem eigenen Park, gemäß
ihrem Motto „find your own park“.
Um 22:00 Uhr
waren wir wieder in der Cabin und gingen schlafen.
Unterkunft
Grand Canyon
North Rim Lodge
Wetter
Bewölkt und Regen, nachmittags trocken,
kalt
Claus
+ Die Cabin (was für ein Ausblick von
der Front Porch!), der North Rim und die Cliff Dwellings.
- Mal wieder das Wetter. Immerhin
wurde es nachmittags/abends besser.
Chris
+ Der North Rim und die Fahrt dorthin
waren irgendwie urig. Die Cliff Dwellings auch. Cabin in der ersten Reihe war
schon genial.
- Ganz schön kalt hier oben.
Dominic
+ Endlich mal wieder Schnee!
- Die lange Fahrt. Der ganze Tag war
irgendwie langweilig.






























































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