Mittwoch, 6. Dezember 2023

Ein gemütlicher letzter Tag

Der letzte Tag in Bergen. Meinem Knie ging es nach dem Aufstehen besser, und auch die Treppen runter zum Frühstücksraum und anschließend wieder rauf waren kein Problem. Super! Also dann los in die Stadt. Ich hatte für heute nichts Besonderes geplant, wollte aber noch ein bisschen einkaufen. Also lief ich zügig in Richtung Fußgängerzone. Kurz hinter dem Bogenschützen-Museum dann plötzlich ein stechender Schmerz - verdammt! Wäre ich vielleicht doch lieber gemächlicher losgegangen. Jetzt hatte ich das Knie-Thema wieder an der Backe. Aber das sollte an meinem Tagesplan nichts ändern.

Am Weihnachtsmarkt und Stadtteich vorbei schlenderte ich gemächlich ins Einkaufszentrum. Hier hatte ich die Tage bei Carlings ein schönes Flanellhemd gesehen, das ich mir jetzt kaufte. Auf dem Rückweg legte ich einen Stopp bei Norli ein, einer Buchhandlung. Sie warben im Schaufenster damit, auch Bücher in anderen Sprachen zu führen, u.a. Englisch und Deutsch. Im Hinblick auf den bevorstehenden Rückflug wollte ich dieses Mal gerne auf alle Eventualitäten im Allgemeinen bzw. Verspätungen im Speziellen vorbereitet sein. Die deutschsprachige Literatur befand sich natürlich im Untergeschoss, das über eine Wendeltreppe zu erreichen war. Schönen Gruß vom Knie. Immerhin hatte es sich gelohnt. Ich fand tatsächlich einen spannenden Thriller. An der Kasse wurde ich gefragt, ob ich eine Exchange Card benötige, falls ich das Buch umtauschen möchte. In der Hoffnung, dass das Flugzeug nicht mehr als 400 zu lesende Seiten Verspätung haben wird, lehnte ich dankend ab.


Die nächste Station war der Souvenirshop in Bryggen, wo ich einen Troll erwarb. Am Hafen machte ich noch ein paar Fotos.





In diesem Gebäude befindet sich der bekannte Fischmarkt.


Es war inzwischen kurz nach 12 Uhr, und ich beschloss, meine Einkäufe ins Hotel zu bringen. Dann checkte ich noch kurz meine eMails und traute meinen Augen nicht: KLM hatte geschrieben, dass mein Flug nach Hause storniert sei, sie aber nach möglichen Optionen schauen und mich umbuchen bzw. ich selbst umbuchen könnte. Mir wurde u.a. ein Flug heute Nachmittag angeboten, und da ich eigentlich kein großartiges Sightseeing-Programm mehr hatte, versuchte ich, auf diesen umzubuchen, was aber in zwei Versuchen nicht klappte. Wie sich herausstellte deswegen, weil KLM mich zwischenzeitlich bereits auf einen anderen Flug umgebucht hatte. Die Flugzeiten differierten um lediglich 10 Minuten, aber anstatt mit KLM über Amsterdam sollte ich nun mit SAS über Kopenhagen fliegen. Na gut, vielleicht kriegen die Dänen das besser auf die Reihe als die Holländer, wir werden sehen.

Jetzt hatte ich den Nachmittag doch noch Zeit für weitere Touristenaktivitäten, und somit machte ich mich gegen 14 Uhr wieder auf den Weg nach Bryggen. Mein Knie war der Meinung, dass ich es gemütlich angehen sollte, und so kam ich nur langsam voran. Die Hansehäuser machten auch bei Tageslicht was her.



Zwischen den Häusern gab es jede Menge Flure und Treppen, die zu unterschiedlichen Geschäften und Restaurants führten.



Man konnte die Häuser auch als Miniaturmodelle kaufen.


Mein eigentliches Ziel war aber ein paar Meter weiter die Festung Bergenhus. Sie gehört zu den ältesten und am besten bewahrten Festungsanlagen in Norwegen und hat eine lange Geschichte als Königssitz, Bischofssitz und militärisches Machtzentrum. Ich lief einmal um die komplette Anlage herum und dann quer über das Gelände, das auch als Naherholungsgebiet dient.





Die ständige Lauferei bereitete mir zunehmend mehr Schmerzen, und so entschied ich mich, zum Hotel zurückzugehen und mit dem neuen Buch anzufangen. Auf dem Rückweg zum Hotel fiel mir noch dieses schmale Gässchen auf.


Etwa zweieinhalb Stunden saß ich auf dem Bett und las die ersten Kapitel von Perfect Day. Dann knurrte mein Magen und ich machte mich erneut auf die Socken. Eigentlich wollte ich zum Abschluss irgendwo gemütlich Rentier essen, aber das hatte ich bisher bei keinem Restaurant im Aushang gefunden. Mit dem Knie wollte ich jetzt auch nicht weiter auf die Suche gehen, und so wurde es um 17:45 Uhr doch nochmal die Sparvariante bei McDonald's.


Eine Dreiviertelstunde später kam ich ein letztes Mal die Straße zu meinem Hotel entlang.



Direkt neben dem Burgerladen befand sich ein Rock & Metal Pub. Als ich am Samstag zum ersten Mal hier vorbei kam, spielte eine Live-Band. Unter der Woche war das aber nie der Fall, sonst wäre ich vermutlich sogar mal rein gegangen, auch wenn's nicht mein bevorzugtes Genre ist. Jetzt, gegen 19 Uhr, war der Laden noch leer. Nur der Türsteher stand schon draußen und wartete auf Kundschaft.


Im Hotel packte ich meine Tasche und stellte den Wecker für morgen. Ich musste früh los und somit gleich um 6:30 Uhr beim Frühstück sein. Da bot es sich an, den Online Check-out des Hotels in Anspruch zu nehmen, damit ich morgen nur noch meine Zimmerkarte abgeben musste. Leider erhielt ich nur eine Fehlermeldung, und so durfte ich nochmal die Treppen runter zur Rezeption gehen. Das Problem war, dass Booking.com die Zahlung bereits abgebucht hatte, und da musste in der Hotelsoftware wohl noch ein Häkchen gesetzt werden. Zurück im Zimmer widmete ich mich wieder dem perfekten Tag und las noch ein paar weitere Kapitel.

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