Montag, 4. Dezember 2023

Vidden (Back into life)

Für heute hatte ich mir eine etwas größere Wanderung vorgenommen. Ich wollte vom Ulriken über die Hochebene Vidden zum Fløyen wandern. Der Ulriken ist mit 643 Metern der höchste der sieben Berge um die Stadt Bergen, und die Wanderung gehört zu den beliebtesten Touren in dieser Gegend. Sie ist eigentlich nur von Frühjahr bis Herbst empfohlen, aber die Wanderwege auf dem Fløyen waren gestern in sehr ordentlichem Zustand, das sollte also kein Problem sein. Die Dauer wird mit 5 bis 6 Stunden angegeben, wenn man keine geeigneten Wanderschuhe hat kann die Tour auch 7 bis 8 Stunden dauern. Aufgrund der Jahreszeit mit dem Sonnenaufgang gegen 9:30 Uhr und dem Sonnenuntergang um 15:30 Uhr ist das Zeitfenster mit 6 Stunden nicht ganz so üppig ausgelegt, zumindest wenn man bei Tageslicht wandern möchte und keine Wanderschuhe besitzt. Aber wer mit Halbschuhen ohne Spikes schneller verschneite Wege bergauf geht als Norweger mit entsprechendem Schuhwerk und winterlichen Hilfsmitteln, der sollte auch das schaffen.

Ich hatte mir vorsichtshalber den Wecker gestellt. Im Frühstücksraum war tatsächlich schon ordentlich Betrieb. Klar, nicht jeder hier ist Urlauber, und Geschäftsreisende haben dann eben nicht erst mittags Termine. Draußen war es noch dunkel. Da kommt dann bei entsprechender Beleuchtung schon in den Morgenstunden Weihnachtsstimmung auf. Um kurz nach 8 Uhr erreichte ich die Bushaltestelle Olav Kyrres gate.



Und plötzlich fiel mir ein, dass ich ja gar kein Bargeld hatte. Bislang konnte ich in Norwegen alles mit Karte bezahlen, sowohl letztes Jahr in Oslo als auch bisher in Bergen. Aber wie ist das in einem fahrenden Bus? Hätte ich mir evtl. vorab über die Website online ein Ticket kaufen sollen? Meine Sorge war wie immer unbegründet. Ich sagte dem Busfahrer, dass ich bis zur Endhaltestelle Montana fahren möchte, bekam als Rückfrage, ob ich ein Einzelticket für einen normalen Erwachsenen kaufen wollte, und sah bei der Eingabe des Ticketpreises bereits das aufleuchtende Kartengerät. Sogar die Busse sind hier an die Dateninfrastruktur angeschlossen, unglaublich.

Eine knappe halbe Stunde dauerte die Busfahrt vom Zentrum Bergens in den Stadtteil Montana. Dabei durchquerten wir auch den Stadtteil Florida, wobei hier die Betonung auf dem 'i' liegt. Hier war ich schon am Samstag Abend bei der Fahrt vom Flughafen in die Stadt durchgekommen. Vor den Mehrfamilienhäusern ankern Boote im Fjordausläufer. Vielleicht kommt daher der Name, sozusagen als Hommage an das sonnige, warme Pendant in den USA. Um 8:45 Uhr erreichte der Bus die Endhaltestelle. Ich war inzwischen der letzte Passagier, stieg somit als Einziger hier aus und wurde vom Busfahrer mit einem 'Enjoy your day' verabschiedet. Zwei, drei Straßen durchs Wohngebiet, und schon stand ich vor der Jugendherberge Montana, wo der Wanderweg auf den Ulriken startet. Hier war schon jemand unterwegs, der seinen Hund Gassi führte, und jemand anderes rannte zum Morgensport den Berg hinauf. Ich ging es dann doch gemächlicher an, schließlich hatte ich im Vorfeld etwas von über 1.000 Treppenstufen gelesen. Außerdem hatte ich für meine Verschnaufpausen das Aufnehmen von Erinnerungsfotos als Argument auf meiner Seite.






Es ging teils ganz ordentlich bergan und ich wechselte mehrmals die Seite des Weges, wenn ich mit meinen Skaterschuhen mehr rückwärts rutschte als vorwärts kam. Der Blick zurück offenbarte, wie hoch ich in kurzer Zeit bereits gekommen war. Es boten sich atemberaubende Ausblicke auf die Stadt im Sonnenaufgang.






Hier war meine Tour angeschrieben: 13,8 km zum Fløyen über die Hochebene Vidden. Es war genau 9:08 Uhr, ich lag also super in der Zeit. Ab hier begannen nun die Treppenstufen, und ich bekam schnell ein Gefühl dafür, wie es Frodo und Samweis aus Der Herr der Ringe ging, als sie die Treppen von Cirith Ungol erklommen haben. Nur war der Ulriken nicht der Schicksalsberg. Oder doch?





Die Treppen nahmen kein Ende. Der Ausblick entlohnte aber für die Anstrengung.






Punkt 9:30 Uhr erreichte ich knapp unterhalb des Gipfels eine Bank, von der man wunderbar das Panorama genießen konnte. Hier legte ich einen längeren Fotostopp ein. Passend dazu ging gerade die Sonne auf und tauchte die Gegend in Orange- und Rottöne. Ein paar Personen müssen wohl vor mir hochgewandert sein und genossen den Ausblick von verschiedenen Plätzen oben auf dem Gipfel. Zwei Pärchen machten sich während meiner Fotosession unabhängig voneinander an den Abstieg über die vereisten Treppen.




Nun erklomm auch ich die letzten Stufen zum Gipfel. 1.333 Treppenstufen lagen hinter mir. Ich schaute mich um. Außer mir und zwei oder drei weiteren Personen war niemand hier. Die Seilbahn fuhr nicht und auch das Restaurant hatte geschlossen. Offenbar war hier im Winter wirklich alles außer Betrieb.





Hinter dem Restaurant fand ich diesen Wegweiser. 13 km zum Fløyen, und ein Pfeil für die Richtung. Das war's. Einen Wanderweg konnte ich hier beim besten Willen nicht erkennen. Nur Schneemassen, wohin das Auge blickte. Also ging ich einfach mal ein paar Meter in die Richtung, die der Pfeil anzeigte. Zuerst ging es etwas steiler bergab. "Naja, was soll's", dachte ich mir noch, und schon rutschte ich den Hang hinunter, konnte mich aber zum Glück auffangen. Ich ging ein paar Meter weiter und schwups... stand ich plötzlich knietief im Schnee. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Auf dem Fløyen gab es Wanderwege, hier gab es... nichts. Nur Schnee. Und wer sagte mir, dass ich in die richtige Richtung laufe? Was nun? Umkehren? Abbrechen und über die Treppenstufen zurück nach Montana? Als erstes kehrte ich um und lief nochmal zum Wegweiser zurück. Natürlich musste ich den kleinen Hang, den ich hinuntergerutscht war, wieder hochsteigen. Ich fand eine geeignete Stelle dafür, stand kurz darauf wieder an dem Wegweiser und war genauso schlau wie vorher.



Dann hörte ich plötzlich Gelächter, und zwei junge Frauen rannten durch den hohen Schnee. Die beiden rutschten ständig aus, fielen in den Schnee und lachten sich förmlich kaputt. Das war meine Chance. Ich fragte die beiden, ob sie wüssten, wo hier der Weg zum Fløyen anfängt. "Über Vidden?" kam die Rückfrage. Ja, genau. Eine der beiden zeigte zum Horizont und fragte mich, ob ich die Stange sehen würde, die da hinten im Schnee steckte. Etwa 200m Luftlinie entfernt war tatsächlich ein Stab zu sehen. Dort würde der Weg beginnen, meinte sie, und dass er danach dann auch besser ausgeschildert wäre. "Enjoy!" rief sie, und dann rannten die beiden auch schon weiter. Ok, dann war ich vorher in die richtige Richtung unterwegs. Also erneut den Hang hinunter und den Hügeln entgegen, hinter denen die Sonne vor wenigen Minuten zum Vorschein kam. Es war jetzt ziemlich genau 10 Uhr. Hier sieht man meine Fußspuren, vom Ulriken kommend, und auf dem nächsten Bild oben die Stange, zu der ich musste.



Die Stapferei den Hügel hinauf durch den hohen Schnee war anstrengend. Außerdem waren meine Socken und meine Hose durch das Einsinken im Schnee vorhin schon etwas nass. Aber da oben ging ja dann der Weg los, also marsch. Als ich oben ankam, sah ich vereinzelt Häuser in der Prärie stehen. Die schienen aber nicht bewohnt zu sein. Vermutlich waren das die Wanderhütten, von denen ich gelesen hatte, bei denen man einkehren und sich stärken kann... außer im Winter. Idyllisch sah es zumindest aus.



Einen Wanderweg konnte ich jedoch immer noch nicht erkennen. Dafür sah ich ein Stück weiter wieder einen Wegweiser aus dem Schnee ragen. Also los. An den Schildern angekommen, gab es die Info, dass es bis zum Fløyen noch 12,4 km sind. Und mir wurde die Richtung angezeigt. Von einem Weg allerdings nach wie vor keine Spur. Nur Schnee, soweit das Auge reichte.



Dann wurde mir klar, dass es hier oben keine Wege gibt. Es ist wie in den USA: Wegweiser und Steinpyramiden markieren die Richtung, man selbst entscheidet dann, ob man links herum, rechts herum oder den direkten Weg geht, je nachdem, wie es das Gelände zulässt. Nur dass hier das Gelände komplett mit Schnee bedeckt war, zumal es letzte Nacht auch noch fett geschneit hatte. Ich überlegte nochmal kurz, umzukehren. Jetzt wusste ich noch, wie ich zum Ulriken zurück komme. Später wäre das ein Glücksspiel, weil hier alles gleich aussah. Aber was konnte mir schon passieren? Schlimmstenfalls würde ich mich verlaufen und in der kommenden Nacht erfrieren. Ich bin ein Natur-Freak. Ich liebe es, durch unberührte Natur zu wandern und die Schönheit unseres Planeten zu Fuß zu erkunden. Dazu kam, dass es mir die letzten Wochen mental sehr schlecht ging, und hier lag eine tolle Strecke vor mir, die eine sportliche Herausforderung bot. Also entschied ich mich, weiterzugehen und das Abenteuer in Angriff zu nehmen. Das nächste Schild: 12,1 km zum Fløyen. Ein letzter Blick zurück, und dann volle Kraft voraus.



Das war mein Weg. Ich kam noch ein letztes Mal an einer Hütte vorbei. Dann folgte ich den weiteren Stäben.





Nachdem ich mehrfach bis zum Knie in den Schnee eingesunken und meine Hose entsprechend nass war, entdeckte ich vor mir diese Tierspuren. Egal was es war, wenn es hier laufen konnte, ohne einzusinken, konnte ich es auch. Und so folgte ich eine Weile den Spuren im Schnee.



Es war zwar windig und kalt, aber die frische Luft tat unheimlich gut. Und durch die Bewegung war es mir warm. Das Stapfen durch den hohen Schnee kostete viel Kraft. Immer wieder blieb ich stehen, genoss die Aussicht und machte ein Foto. Die Steinpyramiden waren gut zu sehen, und ich war mir inzwischen sicher, dass ich mich nicht verlaufen würde.




Ein paar Mal nutzte ich die Strecke zwischen zwei Steinpyramiden, um vor Freude schreiend durch den Schnee zu rennen. Das tat unheimlich gut, und hören konnte mich ja niemand, denn außer mir war hier keine Menschenseele unterwegs.



Plötzlich stand ich vor einer neuen Herausforderung: Die nächste Steinpyramide stand oben auf diesem Hügel, und ich hatte keine Ahnung, wie ich da rauf kommen sollte. Egal, wo ich es versuchte, stand ich mindestens bis zum Knie im Schnee. Dazu kam die hohe Steigung, und es gab noch nicht mal einen Strauch oder irgendwas, an dem ich mich hätte hochziehen können. Letztendlich fand ich eine Stelle, wo ich über die Felsen klettern konnte. Dass ich hier zum Bergsteiger werden würde, hätte ich im Vorfeld auch nicht gedacht.


Oben angekommen, waren die nächsten Steinpyramiden wieder gut erkennbar.





Ich hatte mich inzwischen daran gewöhnt, dass ich regelmäßig im Schnee versank. Trotzdem machte mir die Tour viel Spaß. Hier rannte ich wieder bis zur nächsten Steinpyramide.



Und dann ging es abwärts. Das Stück war steiler, als es auf dem Foto aussieht. Ich kam ordentlich ins Rutschen und rannte die letzten Meter den Hügel hinunter. Auf der anderen Seite ging es dann wieder bergauf.


Plötzlich stand ich vor einem Abgrund. Das Stück war so steil, dass ich ins Schlittern geriet, ausrutschte und ein paar Meter tiefer im Schnee landete. Da wieder raufzukommen war nicht möglich. Aber mein Weg ging ja auch in die entgegengesetzte Richtung.


Es war inzwischen 12 Uhr. Seit zwei Stunden war ich nun unterwegs. Meine Schuhe und Socken waren komplett nass, und sogar meine Hose war auf den unteren 20 Zentimetern gefroren. Der Schnee ließ sich gar nicht mehr abschütteln.




Mit jedem Kilometer, den ich zurücklegte, spürte ich meine Kräfte schwinden, aber gleichermaßen ging es mir mental immer besser. Die ganze Last, die sich in den letzten Monaten auf meinen Schultern gestapelt hatte, fiel Stück für Stück ab.



Die Schneestapferei kostete mehr Energie, als ich gedacht hatte. Aber ich hatte den Eindruck, trotz der Fotostopps ganz gut vorangekommen zu sein. Schließlich hatte ich ja auch immer wieder kleinere Renn-Etappen dabei. Um 12:18 Uhr erreichte ich dieses Schild, auf dem sich seit längerer Zeit mal wieder eine Kilometerangabe befand. Mist! Ich hatte erst 5,9 km hinter und noch 7,1 km vor mir, also noch nicht mal die Hälfte der Strecke geschafft.


Ich entschied, nun weniger Fotos zu machen und noch etwas zügiger voran zu gehen, sofern das möglich war. Nach einer Weile kam ich an diesen Abstieg. Unter mir lag ein Bergsee. Das sieht im Sommer bestimmt schön aus und ist vermutlich auch deutlich einfacher zu gehen. Jetzt war es heftig, weil ich ständig rutschte und die Felsen dabei eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellten. Also versuchte ich, so vorsichtig wie möglich nach unten zu gelangen.





Es blieb dann auch beim Versuch, denn an einer Stelle hagelte es mich die letzten Meter wieder runter. Aber Glück gehabt, nichts passiert. Hier der Blick zurück.


Ich war inzwischen ganz schön fertig, hatte aber auch nur noch 3,9 Kilometer, also weniger als ein Drittel der Strecke, zu gehen. Und so unglaublich es klingt: Im Kopf ging es mir richtig gut. Ich war total glücklich, genoss die Landschaft, die Ruhe, die frische Luft, und fühlte mich einfach pudelwohl.



In der Ferne war ein Turm zu sehen, und der Weg wurde deutlich erkennbar. Der Schnee war zusammengetrampelt, hier mussten Leute gewesen sein. Und tatsächlich sah ich bald einen Mann, der sich von seinem Hund auf Skiern den Berg hochziehen ließ. Wenig später begegnete mir eine Schulklasse mit zwei Lehrern. Alle trugen voll gepackte Rucksäcke. Offenbar gab es hier in der Gegend eine Berghütte, wo man übernachten konnte. Das waren die ersten Menschen, die mir seit über drei Stunden begegneten. Ich war wohl der einzige Irre, der heute über die Hochebene Vidden wanderte.


Ein Stück weiter kam ich durch einen kleinen Tannenwald. Das war ein sehr schöner Weg, der mich an die typischen Motive für den Monat Dezember in Landschaftskalendern erinnerte und auch passend zur Weihnachtszeit war.







Beim nächsten Schild hatte ich plötzlich wieder 4,3 km vor mir. Komisch. Hatte sich da einer bei der letzten Angabe vertan? Vermutlich, denn die Strecke, die ich zurückgelegt hatte, kam mir nicht so lang vor. Nun folgte ein Berganstieg. Langsam aber stetig wanderte ich nach oben, bis ich auf der Anhöhe des Turms ankam.






Das war das letzte beschwerliche Stück, denn von nun an ging es die letzten drei Kilometer nur noch bergab. Hier waren jetzt auch wieder mehr Menschen unterwegs. Ich begegnete einigen Spaziergängern und Ski-Langläufern.






Die Aussicht war auch wieder traumhaft. Das Bänkchen bot sich an, eine kleine Pause einzulegen und den Ausblick zu genießen.



Ein paar hundert Meter weiter kam ich auf einen Weg, der mir bekannt vorkam. Richtig. Hier war ich gestern bereits vor dem Advents-Event spazieren gegangen. Und jetzt überholte mich hier der Mann, den ich schon vorhin in den Bergen gesehen hatte, und der sich immer noch auf Skiern von seinem Hund ziehen ließ. Ich schaute den beiden verträumt hinterher und plötzlich... schwups... rutschte ich aus, rollte mich gekonnt über die linke Seite ab, knallte aber volle Kanne mit Hüfte und Knie auf den eisigen Weg. Autsch! Das tat kurz weh. Und verdammt! Genau an dieser Stelle hat es doch gestern das asiatische Mädel erwischt. Wie blöd muss man eigentlich sein? Ich ärgerte mich über mich selbst, stand schnell wieder auf und hatte den Eindruck, dass außer dem Schreck nichts passiert ist. Um 14:20 Uhr kam ich an der Aussichtsplattform auf dem Fløyen an. Ich hatte die Wanderung trotz der widrigen Bedingungen und unpassender Ausrüstung in 5 1/2 Stunden geschafft. Wahnsinn!



Ich genoss den Blick über Bergen von der Aussichtsplattform.




Bis zum Sonnenuntergang dauerte es noch eine Stunde. Die Zeit hier abzusitzen erschien mir wenig sinnvoll. Meine Hose taute zwar langsam wieder auf, seit ich auf normalen Wegen unterwegs war, aber die ersten Zentimeter über dem Bund waren immer noch gefroren. Zudem stand ich in komplett durchnässten Schuhen und Strümpfen da und war außerdem etwas schlapp. Also trat ich den Weg hinunter in die Stadt an.






Gestern Abend im Hotelzimmer hatte ich noch ein bisschen Musik auf Spotify gehört und mich mit der norwegischen Sängerin beschäftigt, von der mir die Frau bei der Fløyen Wanderung erzählt hatte. Einen CD-Laden hatte ich auch ausfindig gemacht, und jetzt bot es sich an, auf dem Weg ins Hotel einen Abstecher dahin zu machen. Leider wusste ich nur ungefähr die Lage des Ladens, und so dauerte es ein paar Minuten, bis ich ihn gefunden hatte. Der Inhaber war total freundlich und hatte echt Ahnung von Musik. Wir unterhielten uns eine Weile, und am Ende machte ich mich mit einem Stapel CDs, die es in Deutschland nicht zu kaufen gibt und nach Aussage des Händlers auch in Norwegen aktuell nur schwer zu bekommen sind, sowie einer kleinen Liste zum Reinhören bei Spotify auf den Rückweg zum Hotel. Inzwischen hatte ich leichte Schmerzen am linken Knie. Der Sturz machte sich nachträglich wohl doch noch bemerkbar.


Bis ich gegen 16:30 Uhr im Hotel ankam, war wenigstens meine Hose wieder komplett aufgetaut. Dazu trug sicherlich auch die Zeit im CD-Laden bei. Im Bad gab es einen Fön, und jetzt konnte ich dieses für mich eigentlich unnütze Utensil tatsächlich gebrauchen. Ich versuchte, damit meine Schuhe trocken zu kriegen, was natürlich nicht klappte. Aber zumindest wurden sie warm, das war ein Anfang. Anschließend setzte ich mich genütlich hin, ruhte mich aus und hörte ein bisschen Spotify.

Schon bei meiner Ankunft vorgestern fiel mir der Burger-Laden auf, der nur wenige Meter vom Hotel entfernt lag. Ich befand, dass ich mir nach den heutigen Strapazen einen Burger verdient hatte, und machte mich gegen 19 Uhr auf den Weg dahin. Meine Schuhe waren immer noch nass, aber ich hatte zumindest kurze Zeit trockene Socken an. Mein Bein machte mir da schon mehr Sorgen. Vor allem beim Treppensteigen tat das Knie jetzt ordentlich weh. Zum Glück musste ich nicht weit gehen.


Im Eingangsbereich des Ladens gab es zwei Terminals, wo man direkt seine Bestellung aufgeben und bezahlen konnte. Dann setzte man sich an einen freien Platz, bis die Nummer aufgerufen wurde. Die Burger wurden hinter der Theke frisch gebraten und zubereitet. Ich hatte mir einen Bacon-Cheeseburger im Deal Menü bestellt, was bedeutete, dass Fries und ein Getränk im Preis inbegriffen waren. Es hat durchaus lecker geschmeckt, aber an Five Guys kam der Burger nicht ran.


Einen Abendspaziergang gab es heute nicht. Ich war froh, als ich wieder im Hotel war, mich aufs Bett legen und mein Bein schonen konnte. Und die Müdigkeit ließ mich auch bald einschlafen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen