Das mesh Konzert in Berlin stand eigentlich nicht auf meiner Liste. Erst durch Sabine habe ich beschlossen, hier hinzugehen. Bei eBay fand ich vor ein paar Wochen noch ein Ticket für das bereits ausverkaufte Konzert. Durch meinen vorgezogenen Umzug nach Bremen waren nun allerdings die ebenfalls damals gekauften Zugtickets ab Karlsruhe obsolet. Da kurzfristige Tickets von Bremen nach Berlin sehr teuer waren, buchte ich mein Flixtrain Ticket einfach auf die Strecke Hannover – Berlin um. Damit fuhren Sabine und ich zwar in unterschiedlichen Zügen, aber wenigstens passten die Fahrzeiten ziemlich gut zusammen.
Ich fuhr mit dem Auto nach Hannover und parkte dort am Hauptbahnhof im direkt angrenzenden Parkhaus. Pünktlich um 9:44 Uhr startete der Flixtrain nach Berlin. Unterwegs hielten wir mitten auf freier Strecke an. Die Durchsage dazu brachte mich zum Schmunzeln: "Grund für den außerplanmäßigen Stopp ist mal wieder ein verspäteter Zug der Deutschen Bahn, der das Gleis blockiert." 😉
Mit etwa zehn Minuten Verspätung kam ich um 11:35 Uhr am Berliner Hauptbahnhof an. Die Gleise auf mehreren Ebenen beeindrucken mich immer wieder. Bis zu Sabines Ankunft musste ich etwa eine Stunde überbrücken. Ich verließ das Bahnhofsgebäude und lief am Ufer der Spree entlang Richtung Regierungsviertel. Auf der gegenüberliegenden Seite gab es eine Strandbar. Über die Kronprinzenbrücke überquerte ich den Fluss und setzte mich bei warmen 25° am Ufer in die Sonne.
Kurz bevor Sabine ankam, lief ich über die Moltkebrücke zurück ins Bahnhofsgebäude.
War mein Flixtrain auf einer der oberen Ebenen des Bahnhofs angekommen, so fuhr Sabines Zug auf der untersten Ebene ein. Trotz der riesigen Menschenmenge fanden wir uns sehr schnell und begaben uns nach draußen, wo sich Sabine mit ihrer Freundin Anke verabredet hatte. Zu dritt ging es mit der Straßenbahn weiter zu unserem Hotel am Prenzlauer Berg. Dort checkten Anke und Sabine ein, und obwohl Jürgen, mit dem ich ein Zimmer teilte, noch nicht da war, bekam ich bereits eine Schlüsselkarte ausgehändigt. Unsere Zimmer befanden sich im hinteren Apartmenthaus.
Nachdem wir unser Gepäck in die Zimmer gebracht hatten, suchten wir uns etwas zu essen. Gleich um die Ecke, bei einem Italiener to go, bestellten wir drei kleine Pizza Calzone und machten es uns auf den Bänken vor dem Laden gemütlich. So richtig lecker war das Essen aber nicht, und satt waren wir auch nicht unbedingt. Also stiefelten wir weiter die Straßen entlang, und Anke wurde bei einem Türken fündig. Sabine und ich teilten uns eine Portion Pommes. Gestärkt machten wir uns auf zur Location in der Kulturbrauerei. Eine Handvoll Leute stand bereits vor der Tür, und wir gesellten uns dazu.
Der Einlass begann wie zumeist pünktlich, und wir schafften es mal wieder in die 1. Reihe. Im Gegensatz zum Konzert in Oberhausen gab es heute eine Vorband: Psykelektric, eine Band aus England, bestehend aus einem Sänger und einem Keyboarder. Die beiden haben mich nicht umgehauen. Kann man sich mal anhören, aber wenn nicht, hat man auch nichts verpasst.
mesh legten wieder mit I Fall Over los. An dem Lied kann ich mich nicht satt hören, es war schon immer eines meiner Lieblingslieder der Band. Kleine Veränderungen in der Setlist machen jedes Konzert einzigartig. Heute gab es My Protector anstatt Adjust Your Set, was meinem Geschmack sehr entgegen kam. Und mit You Didn't Want Me, You Want What's Owed To You und People Like Me wurden gleich drei zusätzliche Lieder gespielt. Letzteres ist das erste Lied, das ich vor vielen Jahren von mesh hörte, und hat daher bis heute einen besonderen Status unter meinen Lieblingsliedern.
Der zweite Teil der Setlist war nahezu identisch mit Oberhausen. Hier wurde lediglich die Reihenfolge der einzelnen Lieder leicht verändert. Neben dem neuen Lied Not Everyone Is Lonely und Just Leave Us Alone vom Album Automation Baby freute ich mich auch sehr über Can You Mend Hearts? und Last One Standing. Den Abschluss des regulären Konzerts bildete wieder From This Height in der langen Version, was sieben Minuten Dauerhüpfen bedeutete 😉
Auch heute bestand die Zugabe aus einer Piano Acoustic Version von Not Prepared und der Single Born To Lie. Jedoch kamen die Jungs anschließend erneut auf die Bühne und überraschten uns mit Little Missile. Danach war aber wirklich Schluss.
Setlist
1. I Fall Over (extended intro)
2. Runway
3. My Protector
4. You Didn't Want Me
5. To Be Alive
6. Leave You Nothing
7. You Want What's Owed To You
8. People Like Me
9. Kill Your Darlings
10. It Scares Me
11. Not Everyone Is Lonely
12. Just Leave Us Alone
13. The Traps We Made
14. The Fixer
15. Can You Mend Hearts?
16. Hold It Together
17. Trust You
18. Last One Standing
19. Taken For Granted
20. From This Height (extended)
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21. Not Prepared (Piano Acoustic)
22. Born To Lie
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23. Little Missile
Vor drei Wochen sind Sabine und ich nach dem Konzert zeitnah gegangen. Heute warteten wir geduldig auf die Band, um noch ein bisschen zu quatschen und Fotos zu machen. Rich war der Erste, der am Merch-Stand erschien. Mark trafen wir, als er gerade aus dem Backstage-Bereich kam.
Etwas später machten wir noch ein abschließendes Foto mit Mark und Rich zusammen.
Dann verließen wir die Location. Zusammen mit Anke, Jürgen und Claudia tranken wir im Biergarten des angrenzenden Frannz-Clubs noch etwas. Irgendwann wurde es uns zu kalt. Wir liefen zurück zum Hotel, verabredeten uns zum Frühstück und legten uns schlafen.