Dienstag, 15. Oktober 2024

Within Temptation (Konzert)


Schon wieder ein Konzert. Aber diesmal war ich alleine unterwegs. Eigentlich hatte ich ein Ticket für das Within Temptation Konzert in Frankfurt nächste Woche, aber durch meinen Umzug in den Norden kaufte mir Chris das Ticket für ihren Freund ab, und ich bestellte mir eine neue Eintrittskarte für ein Konzert in der hiesigen Gegend. Sabines Musikgeschmack ist das nicht, jedenfalls noch nicht. Mal schauen, ob sich das bis zum nächsten Album + Tour ändert 😉


In Hamburg hatte ich plötzlich einen SUV mit Verdener Kennzeichen und Hardrock-Aufkleber vor mir. Der will bestimmt auch zum Konzert, dachte ich mir, und tatsächlich parkte er nicht weit von mir entfernt. Wir kamen ins Gespräch, und es stellte sich heraus, dass er neben Hardrock-Konzerten auch gerne Urlaub in den USA macht. So verging die Zeit bis zum Einlass trotz des kalten Windes recht zügig. Drinnen trennten sich dann allerdings unsere Wege, da er bei Konzerten lieber weiter hinten steht, während ich in den vorderen Reihen einen Platz suchte und diesen trotz eines zusätzlichen Toilettengangs auch in der dritten Reihe fand.

Ursprünglich waren für das heutige Konzert zwei Vorbands vorgesehen, jedoch durfte die Band aus der Ukraine aufgrund des dortigen Krieges nicht ausreisen und musste stattdessen den Wehrdienst in der Heimat ableisten. Somit spielten Annisokay etwas länger. Die Alternative Rock-Band aus Halle ist Within Temptation Fans bekannt, da deren Gitarrist und Sänger Christoph beim Song Shed My Skin vom aktuellen Album Bleed Out mitgewirkt hat. Mir gefielen Annisokay ganz gut, nur die Shouts von Sänger Rudi wurden mir irgendwann zu viel. Ich mag ja lieber richtigen Gesang anstatt Geschrei.

Pünktlich um 21 Uhr betraten Within Temptation die Bühne. Das Bühnenbild war wie immer sehr schön. Zwischen alten Steinsäulen wurden Bilder und Videos projiziert, die die Lieder gekonnt untermalten. Die Setlist war etwas ungewöhnlich: Die ersten fünf Lieder waren allesamt vom aktuellen Album Bleed Out. Mein Favorit Wireless war auch dabei, und bei Shed My Skin kam erwartungsgemäß Christoph von Annisokay als Unterstützung auf die Bühne. Es entstand fast der Eindruck, als ob die Holländer das komplette Album spielen wollten, aber mit The Reckoning leitete man dann zu älterem Material über.






Auf Shot In The Dark und Stand My Ground folgte ein brandneuer Song, den es bislang nur als Single gibt: A Fool's Parade. Das Lied handelt vom Ukraine Krieg und wurde in Kiew mit dem ukrainischen Produzenten Alex Yarmak aufgenommen, der nun auf der Tour den Song zusammen mit Sängerin Sharon performt. So weit, so gut. Nur dass im Anschluss noch eine Rede über den Krieg und das Leid der Menschen folgte und auch noch per QR-Code für Spenden geworben wurde, war dann doch etwas zu viel des Guten für mich. Um nicht missverstanden zu werden: Ja, der Krieg ist schlimm. Das ist Krieg immer, aber das Lied alleine wäre als entsprechende Botschaft ausreichend gewesen. In Israel und vielen anderen Ländern herrscht ebenfalls Krieg, dann müsste man konsequenterweise von dort auch Künstler einfliegen und ihnen eine Plattform bieten. Mit einem Konzert hat das alles dann doch recht wenig zu tun.





Zum Glück stand danach wieder die Musik im Vordergrund. Mit The Promise vom Album Mother Earth ging es zurück ins Jahr 2000. Mit diesem Album hatte ich die Band kennengelernt und sie auf dem M'era Luna Festival 2002 zum ersten Mal live gesehen. Es folgte Supernova, einer meiner Lieblingssongs. Nach den Singles Paradise und Faster war der reguläre Teil des Konzerts zu Ende.






Aber natürlich kamen die Niederländer noch für eine Zugabe auf die Bühne. Our Solemn Hour gehört zu meinen absoluten Favoriten der Band, und mit diesem Lied ging es in die Verlängerung. Es folgte die Ballade All I Need, und zum Abschluss wurde Mother Earth vom gleichnamigen Album gespielt. Dann war wirklich Schluss. Bei dieser Tour hat man die Möglichkeit, eine Doppel-CD der Konzerte zu erwerben. Jedes Konzert wird mitgeschnitten, und per QR-Code oder über die Website der Bank kann man dann die Aufnahmen bestellen. Da ich mir Live-Aufnahmen nur in Ausnahmefällen anhöre, verzichtete ich darauf. Live interessiert mich in der Regel nur mit Bild. Vielleicht erscheint ja im Nachgang irgendwann eine Live-Bluray.






Ich schaute noch kurz am Merch-Stand vorbei, aber die Designs der T-Shirts und Hoodies sagten mir nicht so zu, und die Preise waren auch - wie inzwischen meistens der Fall - ziemlich überzogen. Also ging ich zurück zum Auto und machte mich auf den Heimweg. Auf dem Weg zur Autobahn kam ich an einem McDonald's vorbei. Ich hatte Hunger bekommen und hielt an, um einen Salat und eine Portion Pommes zu essen. Dann ging die Fahrt weiter, und um 0:30 Uhr war ich wieder Zuhause.

Setlist
  1. We Go To War
  2. Bleed Out
  3. Ritual
  4. Shed My Skin
  5. Wireless
  6. The Reckoning
  7. Shot In The Dark
  8. Stand My Ground
  9. A Fool's Parade
10. The Promise
11. Supernova
12. Angels
13. Paradise (What About Us?)
14. Faster
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15. Our Solemn Hour
16. All I Need
17. Mother Earth

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