Samstag, 4. April 2026

mesh (Konzert in Hamburg)


Heute morgen waren wir gerädert. Das Zimmer zur Straße hin war schon laut genug, aber mitten in der Nacht wurden wir zudem von einem ohrenbetäubenden Lärm geweckt. Ein Hubschrauber kreiste über dem Hotel und ein Suchscheinwerfer tastete die Straße ab. Entsprechend müde fuhren wir nach dem Check-out um 8:30 Uhr los. Das Navi führte uns am Alexanderplatz vorbei über Prenzlauer Berg und Weißensee raus aus Berlin. Am Stadtrand hielten wir kurz an einer Bäckerei an, holten uns etwas zu trinken und ein süßes Teilchen und frühstückten im Auto.



Wieder einmal fiel uns auf, wie heruntergekommen Berlin ist. Wir kamen während unseres Aufenthalts an keiner einzigen schönen Ecke vorbei. Alles war dreckig, mit Graffiti besprüht und von Ausländern vereinnahmt, so dass wir uns eher wie in Istanbul oder einer anderen Großstadt im Ausland fühlten. Nach der Parkplatz-Erfahrung beim Duran Duran Konzert letztes Jahr ein weiteres Erlebnis, das in uns den Entschluss reifen ließ, Berlin zukünftig zu meiden und Konzerte hier nicht mehr zu machen.

Auf unserer Fahrt nach Hamburg durchquerten wir den schönen Norden Deutschlands. Einen Teil der Strecke sind wir vor eineinhalb Jahren gefahren, als wir Sabines Schwester in der Nähe von Schwerin besucht hatten. Auch heute verlief die Fahrt ohne nennenswerte Vorkommnisse, und so waren wir bereits kurz nach 12:30 Uhr an unserem Hotel. Diesmal hatten wir ein Best Western gebucht. Wir gingen eigentlich davon aus, dass unser Zimmer um diese Uhrzeit noch nicht bezugsfertig ist, wurden aber freudig mit dem Gegenteil überrascht. Und so sah unser heutiges Zimmer aus. Groß, frisch renoviert, ein komfortables Bad und ein wahnsinnig bequemes Bett. Es sollte das beste Bett dieser Tour werden.



Wir zogen uns für das Konzert um und machten uns dann auf den Weg in die Stadt. mesh spielten heute im Docks direkt auf der Reeperbahn. Hier war ich das letztes Mal 2003 beim Konzert von Martin Gore. Nach etwas Sucherei fanden wir einen kostenlosen Parkplatz ganz in der Nähe der Location. Erwartungsgemäß war vor dem Docks noch nichts los, es war auch gerade mal kurz nach 14 Uhr.


Wir schlenderten über die Reeperbahn und suchten uns ein nettes Lokal fürs Mittagessen. Das fanden wir direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite. Wir setzten uns an einen Tisch im Freien des Steak & Fish House und aßen einen leckeren Salat mit Putenbruststreifen. Nach einiger Zeit stieß Anke zu uns, die mit dem Zug gekommen war und ein Hotel in der Hamburger Innenstadt gebucht hatte. Zusammen tranken wir noch etwas, dann überquerten wir die Straße und positionierten uns vor dem Docks.


Es wehte ein ziemlich frischer Wind, und uns war richtig kalt. Einlass war heute bereits um 17:30 Uhr. Wie wir erfuhren, gab es zwei Veranstaltungen. Nach dem mesh Konzert fand um 23 Uhr ein weiteres Event statt. Das erklärte zum Einen den frühen Einlass, zum Anderen dass heute wieder nur Blackbook Support waren und wir erneut auf Mari Kattman verzichten mussten, und am Ende des Konzerts auch die stark gekürzte Setlist. Pech für diejenigen, deren einziges mesh Konzert das heutige in Hamburg war.

Wie bereits in Oberhausen hatten wir auch heute Glück und bekamen trotz mangelndem VIP-Ticket einen Platz in der ersten Reihe. Das frühe Anstehen hatte sich wieder einmal gelohnt. Nachdem wir Blackbook überstanden hatten, legten die Jungs aus Bristol los. Die ersten vier Songs waren noch gleich wie in Berlin, darunter natürlich der Titeltrack des Albums The Truth Doesn't Matter, das sich immer mehr zu einem Lieblingslied entwickelt.






Erstes Opfer der um ganze sechs Lieder gekürzten Setlist war die Single 
Hey Stranger. Auch die traurige Ballade I Lost A Friend Today war leider nicht dabei. Dafür gab es mit Everything As It Should Be einen meiner Favoriten vom neuen Album.






Als Mari Kattman die Bühne betrat war klar, dass zwei unserer absoluten Lieblingslieder des neuen Albums folgen: Bury Me Again und Tilt. Direkt daran knüpften dann State Of Mind und die aktuelle Single This World. Für mich entwickelte sich diese Songabfolge auf der Tour zum schönsten Teil der Setlist.




Mit dem ersten Zugabenblock habe ich bekanntermaßen meine Probleme, da ich mich in den letzten zehn Jahren an diesen Lieder satt gehört habe. Als Schlusspunkt wurde heute erneut Exile gespielt. Dieses Lied passt perfekt an das Ende des Konzerts.





18 Lieder waren es heute nur, und um 20:30 Uhr war schon alles vorbei. Die übergroße Setlist dokumentierte noch einmal den kurzen Abend.


Sabine und ich hatten ein bisschen Hunger bekommen. Der Salat, so lecker er war, hielt dann doch nicht so lange an. Auf der anderen Straßenseite gab es einen McDonald's, und hier aßen wir nun noch ein paar Pommes. Dann liefen wir zurück zu unserem Auto und fuhren zurück ins Hotel.



Als wir in unserem Zimmer ankamen, war es gerade einmal 21:45 Uhr. Die letzte, kurze Nacht steckte uns aber noch in den Knochen, und morgen stand bereits die nächste Etappe an, so dass wir die Gelegenheit nutzten und früh schlafen gingen.

Setlist
  1. Cipher (Intro)
  2. The Truth Doesn't Matter
  3. A Storm Is Coming
  4. My Protector
  5. Lone Wolf
  6. Crash
  7. I Bleed Through You
  8. Everything As It Should Be
  9. Bury Me Again
10. Tilt
11. State Of Mind
12. This World
13. Kill Us With Silence
14. Taken For Granted
15. Be Kind
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16. Last One Standing
17. Born To Lie
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18. Exile

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