Dienstag, 7. April 2026

Wir erkunden Prag

Eine komplette Tournee mitzumachen ist schon anstrengend. Während die Musiker im Tourbus schlafen und bereits am Ziel sind, wenn sie aufwachen, übernachten wir in Hotels und haben nach dem Frühstück immer noch die Fahrt in die nächste Stadt vor uns. Entsprechend haben wir es genossen, dass heute ein sogenannter Off-Day war, ein konzertfreier Tag, und wir ausschlafen konnten. Das Frühstücksbuffet im Hotel war riesengroß und bot eine reichhaltige Auswahl. Wir waren absolut begeistert davon. Gegen 11:30 Uhr verließen wir das Hotel, um zu Fuß die Stadt zu erkunden. Noch schnell ein Foto von der österlich dekorierten Empfangshalle des Hotels, und dann ging es los.


Sabine und ich waren beide noch nie in Prag. Wie gestern fuhren wir mit der U-Bahn zwei Stationen bis zum Museum. Leider war hier eine größere Baustelle auf dem Grünstreifen zwischen der Straße. Aber das St.-Wenzels-Denkmal war hoch genug für ein Foto 😉



Auf dem Weg zur Fußgängerzone kamen wir an der Straße der Lucerna Music Bar vorbei. Der Tourbus stand nicht mehr da. Wie wir später erfuhren, war die Band aufgrund Parkplatzproblemen vorzeitig nach München gefahren. Die Prager Fußgängerzone war wie unser Hotel überall österlich geschmückt.



Die Fassaden der Häuser in der Altstadt waren prachtvoll verziert. Sie spiegeln verschiedene Epochen wider, von Gotik über Barock bis Jugendstil ist so ziemlich alles vertreten. Auch die Straßenlaternen haben ihren Namen absolut verdient. Das sind tatsächlich noch richtig schöne Laternen.



Wir kamen an dieser massiven Holztür vorbei und erreichten dann den Pulverturm.



In den Gassen gab es jede Menge kleine Geschäfte, Cafés, Kneipen und Museen. Vor einem Spielwarengeschäft stand diese Hexe.



Wir kamen an der Teynkirche vorbei, einer katholischen Kirche im gotischen Stil, und erreichten den Altstädter Ring. Das ist der ältestes Platz im historischen Zentrum von Prag, und hier fand ein großer Ostermarkt statt.







Auf der anderen Seite des Platzes steht das Rathaus. Die Prager Rathausuhr ist sehr bekannt und ein Touristenmagnet. Diese 600 Jahre alte mechanische Uhr an der Fassade des Rathauses zeigt zu jeder vollen Stunde die zwölf Apostel. Der Andrang war enorm, und bis um 13 Uhr war es noch eine halbe Stunde, so dass wir weiter gingen.





Unser nächstes Ziel war die Karlsbrücke. Am Altstädter Brückenturm erreichten wir die Moldau und konnten einen ersten Blick auf das Bauwerk genießen. Eine chinesische Touristin bot an, uns vor einer der ältesten Steinbrücken Europas zu fotografieren.




Dann machten wir uns daran, die Brücke zu überqueren. Die Moldau fließt nordwärts, was man an dem 1241 erbauten Altstadtwehr erkennen kann. Die Durchlass für Schiffe ist 12 m breit.




Im Vorfeld sagte man uns, dass hier Massen an Touristen seien und man praktisch über die Karlsbrücke durchgeschoben würde. Obwohl durchaus viele Touristen in der Stadt waren, fand ich die Brücke nicht übermäßig überlaufen. Als wir auf der anderen Seite ankamen, war es genau 13 Uhr.







in diesem Teil von Prag, der Kleinseite, befindet sich u.a. die Burg, und da wollten wir als nächstes hin. Es ging stetig bergauf.





Wir kamen an einer ganzen Reihe netter Cafés und Restaurants vorbei, die in den Innenhöfen angesiedelt waren. Von außen sahen sie allesamt sehr einladend aus.




Vor dem Erklimmen der Rathaustreppe legten wir eine kleine Pause ein.


Die Rathaustreppe ist eine der stimmungsvollsten Treppen Prags und verbindet die Kleinseite mit dem Hradschary-Platz. Sie hat 127 Stufen, über die man einen Höhenunterschied von 30 Metern überwindet. Am oberen Ende der Treppe befindet sich ein Restaurant.


Die Sonne hatte eine enorme Kraft. Wir setzten uns auf eine Bank neben der Marienpestsäule an der Nationalgalerie und genossen die Wärme.


Nach etwa zwanzig Minuten setzten wir unsere Sightseeing-Tour durch Prag fort. Vor dem königlichen Palast standen wie üblich Wachen. Ein paar Meter weiter hatten wir einen wunderschönen Blick über die tschechische Hauptstadt.




Jetzt hieß es wieder Treppensteigen. Für den Abstieg nahmen wir eine andere Treppe, die aber ebenso steil wie die Rathaustreppe war, immer wieder einen schönen Ausblick bot und direkt in eine der zahlreichen Gassen Prags mündete.






Unten angekommen kamen wir an dieser mittelalterlichen Schänke vorbei. Sabine ist erschrocken, sie dachte, da sei wirklich ein Mensch am Kellerfenster 😉


Gegenüber der staatlichen Universität befanden sich zahlreiche Restaurants, die sehr einladend aussahen. Vielleicht wäre das später etwas für das heutige Abendessen?


Jetzt überquerten wir Malostranská quartier, einen Platz mit vielen historischen Gebäuden, darunter die St.-Nikolaus-Kirche. Hier war eine Straßenbahnhaltestelle, und neben neueren Zügen gab es auch ältere Exemplare, die hervorragend in das Stadtbild passten.



Gegen 14:30 Uhr erreichten wir wieder die Moldau und den Park Cihelná. Hier befindet sich das Franz Kafka Museum. Am Flussufer konnte man Bootsfahrten bei verschiedenen Anbietern buchen. Wir wollten aber lieber noch weiter zu Fuß die Stadt erkunden.



Nochmal ein Blick auf die Karlsbrücke, dann setzten wir unsere Tour fort.





Über die Mánes-Brücke gelangten wir wieder in die Altstadt und hatten Lust auf ein Eis. Aber obwohl wir vorhin ständig an Eiscafés vorbeigekommen waren, schienen die mit einem Mal allesamt verschwunden zu sein. Wir fanden nur eine Eisdiele, bei der man ein Eis mitnehmen konnte.



Wir liefen durch den Franziskanergarten und kamen nach einiger Zeit in der Nähe der Lucerna Music Bar raus. Hier gab es ein Costa Café. Diese Kette kennt Sabine noch aus England, und wir entschieden, hier etwas zu trinken und ein leckeres Stück Strawberry Cheesecake zu essen.


Inzwischen war es 17 Uhr, und wir bekamen Abendbrothunger. Sabine fragte mich, ob ich den Weg zu den schönen Restaurants wieder finden würde. Klar, kein Problem, prahlte ich. Allerdings taten uns inzwischen doch ziemlich die Füße weh. Da wir ein 72-Stunden Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel hatten, liefen wir die wenigen Meter zur Haltestelle Museum und fuhren mit der U-Bahn Linie A bis zur Haltestelle Malostranská. Weil die U-Bahn unter der Moldau hindurch fuhr, mussten wir entsprechend viele Treppenstufen zur Haltestelle hinuntersteigen. Die Haltestellen hatten eine sehr schöne, moderne Aufmachung.



Als wir wieder das Tageslicht erblickten, musste ich mich erst einmal orientieren. Die Haltestelle Malostranská lag nördlich des gleichnamigen Platzes. Wir mussten also zunächst den zum Senatspalast gehörenden Waldstein-Garten mit seinem Teich durchqueren.


Danach kam es mir tatsächlich wieder bekannt vor. Wir mussten noch ein paar Meter an der engen Straße entlang gehen, bis wir den Platz erreichten. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befanden sich die urigen Restaurants. Wir blätterten verschiedene ausliegende Speisekarten durch und wählten letztendlich das Malostranský Hostinec. Hier gab es Rindsgulasch mit Brotknödeln, eine tschechische Spezialität, die ich gerne ausprobierte. Sabine hatte sehr leckeres Fleisch mit Kartoffeln und einer wahnsinnig guten Sauce.



Jetzt waren wir satt und müde. Wir liefen die paar Meter zum Malostranská quartier und nahmen von hier die Straßenbahn. Diese fuhr gefühlt durch die halbe Stadt. Den nördlichen Teil hatten wir bislang noch nicht gesehen. Über die Brücke bei der Flussinsel Štvanice ging es über die Moldau. Wir stiegen an der Haltestelle Florenc aus und nahmen von hier die U-Bahn Linie C, die uns zurück bis zu unserem Hotel brachte.


Von unserem Fenster im Hotel sahen wir einen Penny Supermarkt. Kurzerhand liefen wir da hin, um eine Flasche Pepsi zu kaufen, damit wir für die morgige Fahrt nach München genug zu trinken dabei hatten. Sabine taten jetzt ordentlich die Füße weh. Außerdem hatte sie sich offenbar beim Anstehen vor den Konzerten in Hamburg und Leipzig, wo wir beide so gefroren hatten, eine Erkältung eingefangen, die nun ausbrach. Keine guten Vorzeichen für den Rest der Tour. Aber jetzt gingen wir erst einmal schlafen, denn Schlaf ist bekanntlich die beste Medizin.

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