Sonntag, 7. Oktober 2018

Mit dem Boot zur Rainbow Bridge

Zu 6:00 Uhr hatten wir uns den Wecker gestellt. Für das Frühstück, das aus unseren gestern gekauften Kuchen und Donuts bestand, besorgte sich Chris einen Kaffee beim Starbucks-Stand in der Lobby. Eine Stunde später sollten wir uns am Boat Tour Stand im Hauptgebäude einfinden, wo wir unsere Bordkarten für die heutige Tour bekamen.


Das Boarding begann um 7:20 Uhr mit einem Familienfoto seitens des Veranstalters. Danach liefen wir durch Nieselregen den Weg runter zum Boot. Wir waren bei den ersten Passagieren und bekamen daher Sitzplätze in der 2. Reihe rechts. Nach oben wollte anscheinend niemand. Ob’s wohl am Wetter lag, das heute genauso bescheiden war wie gestern?




Punkt 7:30 Uhr war Abfahrt. Die Kapitänin erzählte während der zweieinhalbstündigen Fahrt immer wieder interessante Infos vom Lake Powell und seiner Umgebung und spielte dann über die Audioguides noch detailliertere Kommentare ab. Bei den Audioguides konnte man zwischen verschiedenen Sprachen wählen. Es regnete mal stärker, mal schwächer. Zwischendurch gingen wir aufs Oberdeck. Lange hielten wir uns dort aber nie auf, denn auch der kalte Wind trieb uns immer wieder nach unten ins Warme.






Unterwegs passierten wir einen Hafen mit vielen Hausbooten. Rachel, die Co-Führerin, erzählte uns auf Nachfrage, dass man die Hausboote hier für maximal einen Monat mieten kann, um Urlaub zu machen. Einige der Hausboote waren riesig und sehr luxuriös. Sie hatten teilweise mehrere Jet-Skis dabei und außerdem Rutschen, über die man vom Oberdeck in den See sausen konnte.




Wir erfuhren, dass der Lake Powell ein Stausee ist, der u.a. Kalifornien mit Wasser versorgt. Durch weniger Regen und größere Wasserentnahme in den letzten Jahren sank der Wasserspiegel um stolze 8 Meter. Zurück blieben weiße Ränder an den Felsen, die scherzhaft Badewannenrand genannt werden.



Weitere Informationen über die verschiedenen Steinformationen, ein nahegelegenes Kohlekraftwerk der Navajo Indianer (das sauberste des ganzen Landes) und historische Personen in dieser Gegend machten die Fahrt kurzweilig und interessant. Wer wollte, konnte sogar einen Blick in diverse Bücher werfen, die die Kapitänin dabei hatte.





Das letzte Stück der Fahrt wurde richtig spektakulär. Dicht vorbei an Steilwänden steuerte das Boot durch enge Canyons.








Um 10:00 Uhr legten wir an einem Bootssteg im Nirgendwo an. Wir hatten nun 1 ½ Stunden Zeit für die halbstündige Wanderung zur Rainbow Bridge und zurück. Da es wieder etwas stärker regnete und nur Chris ein Regencape hatte, packten sich Claus und Dominic in Müllsäcke, die wir freundlicherweise von Rachel bekamen.




Dann stiefelten wir den Trail entlang, der aufgrund des Wetters stellenweise sehr matschig war. Vor ein paar Jahren reichte der Wasserpegel noch bis zur Rainbow Bridge und die Boote fuhren direkt bis dorthin. Heute sah es eher aus, als würden wir in einem ausgetrockneten Flussbett wandern. Gleich nach der ersten Biegung kamen wir an einem hohen aber sehr dünnen Wasserfall vorbei, der direkt auf unseren Weg fiel.






Nur wenige Meter weiter stürzte ein weiterer Wasserfall auf den Wanderweg. Hier gab es allerdings keine Möglichkeit, dem Wasser auszuweichen. Entweder mittendurch oder gar nicht.



Als wir um die nächste Kurve bogen, konnten wir die Rainbow Bridge schon gut sehen.



Jetzt war es nur noch ein kurzes Stück bis zum Viewpoint vor dem majestätischen Steinbogen.




Von hier führte ein kurzer Trail um die Steinbrücke herum, die ein heiliger Ort der Navajo Indianer ist und aus religiösen Gründen nicht durchschritten werden darf.






Um kurz nach 11:00 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zum Boot. Rachel, die den Trail begleitete, ging als Letzte und sorgte so dafür, dass niemand zurückgelassen wurde. Wir mussten natürlich erneut unter dem Wasserfall hindurch und beim Blick auf das 'Flussbett' und den 'Badewannenrand' malten wir uns aus, wie schön die Rainbow Bridge wohl aussah, als sie noch komplett im Wasser stand und sich bei sonnigem Wetter darin spiegelte.


An Bord wurde jeder gebeten, kurz an seinem Platz zu bleiben. Dann wurde akribisch durchgezählt. Mit sieben eingesammelten Hikern mehr an Bord, die hier jedes Jahr wandern und zusteigen, ging es über den riesigen Lake Powell zurück zur Marina.









Die etwas mehr als dreistündige Fahrt kam uns diesmal deutlich länger vor. Zum einen waren wir durchgefroren und hatten nasse Füße, zum anderen war das Dröhnen des Schiffsmotors auf Dauer immer unangenehmer. Obendrein gab das Wetter nochmal alles und glänzte mit peitschendem, kaltem Regen. Die Kapitänin hat die beschlagenen Frontscheiben immer wieder mit Essigwasser besprüht und abgewischt, um für einige Minuten freie Sicht zu behalten. Für uns war es sowieso ein Rätsel, wie man sich auf diesem See mit seinen hunderten Seitenarmen und einer Küstenlinie von über 3.100 Kilometern zurechtfinden kann.



Um 14:45 Uhr legten wir in der Marina an. Die Fußlahmen wurden den kurzen Weg hoch zum Hotel mit einer Art Golf-Caddy gefahren. Wir machten uns einen Spaß, rannten nebenher und waren am Ende schneller oben. Am Hotel konnte man dann das Foto kaufen, das morgens vor dem Boarding aufgenommen wurde.



Im Zimmer haben wir als erstes heiß geduscht, um uns wieder aufzutauen, und stiegen in trockene Klamotten. Gegen 16:00 Uhr fuhren wir nach Page, um etwas zu essen. Zwei Restaurants hatten um diese Uhrzeit noch geschlossen, der Pizza Hut war winzig und ungemütlich, und so landeten wir im Dam Bar & Grille. Die Speisekarte las sich super und das Ambiente sprach uns an. Die Bude war voll, wir hatten aber Glück und bekamen noch einen Tisch. Auf den TVs liefen verschiedene Sportveranstaltungen und die Gäste an der Bar jubelten auch lautstark mit. Es herrschte eine ausgelassene und fröhliche Stimmung. Wir hatten eine schnelle und freundliche Bedienung und haben lecker gegessen.




Wir hatten am Vortag einen Dollar General Laden gesehen, den wir jetzt aufsuchten. Dort fanden wir neben Haarspray für Dominic noch jede Menge Herbst- und Weihnachtsdeko-Artikel. Das riesige Einhorn legten wir nach dem Knuddeln liebevoll zu seinen Freunden zurück ins Regal.



Um 18:15 Uhr sind wir dann zurück ins Hotel gefahren, haben die heutigen Bilder gesichert und noch ein Weilchen am Blog geschrieben.

Unterkunft
Lake Powell Resort, Page

Wetter
Bewölkt und Regen, nachmittags trocken, kühl

Claus
+ Die Rainbow Bridge. Bei schönem Wetter und höherem Wasserstand sicherlich ein Traum-Anblick. Abendessen im Dam Bar & Grille.
- Das besch… Wetter führt zu Punktabzug in der Tourbewertung. Außerdem bekam ich leichte Kopfschmerzen durch das stundenlange Dröhnen des Schiffmotors.

Chris
+ Durch den Wasserfall huschen.
- Die Rainbow Bridge wäre vor Jahren im Wasser sicher spektakulärer gewesen.

Das Wetter muss eigentlich sowohl auf die Plus- als auch auf die Minusseite: Einerseits wäre der Ausflug bei Wärme und Sonne sicher viel schöner gewesen, andererseits war es auch faszinierend, den peitschenden Regen so stark zu spüren, dass man am Oberdeck kaum atmen konnte.

Dominic
+ Durch den Wasserfall durch zu laufen. Die schönen Aussichten.
- Das Kackwetter. Die Cheeseburger-Pizza hat mir nicht so gut geschmeckt. Die Bootfahrt war lang und laut.

2 Kommentare:

  1. Ihr seid wirklich hart im Nehmen ;-)))! Bootstour bei dem Wetter und dann noch eine Wanderung im Regen und unter Wasserfällen durchgehen. Wir sind etwas verweichlicht, wenn es um Regen geht, lach. Ganz besonders Ben scheint mit Regen nicht gut klarzukommen. Manchmal wenn es mal regnet und er muss von der Haustür eben bis ins Auto (paar Schrittchen), dann rennt er, als ob Säure vom Himmel fallen würde, hahaha!.

    Die Fotos sehen aber klasse aus, egal wie das Wetter war. Eine schöne weitere Erinnerung an euren gemeinsamen Urlaub!

    Ich mag ganz besonders immer lesen, was ihr jeder am Ende sagt, was das Hoch und das Tief des Tages war.

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    1. Wir hatten ursprünglich geplant, nach der Wanderung am Grand Canyon zwei komplette Tage am Lake Powell zu entspannen. Ein bisschen Badeurlaub, evtl. ein Boot oder Jet-Ski mieten,... leider hat uns das Wetter einen totalen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber letztendlich muss man dann einfach das Beste daraus machen. Und mit der positiven Einstellung war die Bootstour zur Rainbow Bridge auch ein tolles Erlebnis.

      Dominic hat auch öfters mal geschimpft, dass er total nass wird ;)

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