Freitag, 12. Oktober 2018

Zwangsverlängerung

Wir haben sehr gut geschlafen und sind gegen 8:30 Uhr aufgestanden. Beim Checken der eMails stellten wir fest, dass wir bereits gestern spät abends eine Nachricht von Eurowings bekamen mit der Bitte, uns telefonisch bzgl. einer Umbuchung zu melden. Da wir aber die Info hatten, dass unser Flug heute Nachmittag nach dem Einbau des Ersatzteils stattfinden sollte, ignorierten wir das erstmal.

Das hier war der Blick aus unserem Fenster
Auf dem Weg zum Frühstücksbuffet gingen wir an der Rezeption vorbei und fragten nach dem aktuellen Stand. Uns wurde gesagt, dass um 12:00 Uhr ein Mitarbeiter von Eurowings mit Infos ins Hotel käme und dass wir für zwei Nächte eingebucht wären. Vermutlich vorsorglich, wie wir annahmen.

Um 9:30 Uhr waren wir am Medley Buffet im Hotel. Nach minimaler Wartezeit wurde uns ein Tisch in diesem riesigen Frühstückssaal zugewiesen. Offiziell gab es nur bis 10:00 Uhr Frühstück, aber das Buffet wurde sogar noch kurz vor Schluss nachgefüllt. Die Getränke wurden vom Kellner gebracht, das Essen konnte man sich an den einzelnen Stationen selbst holen. Die Auswahl war zwar reichlich, aber die Atmosphäre glich eher einer Großkantine.




Auf dem Rückweg ins Zimmer haben wir andere Passagiere getroffen. Manche kamen uns mit Koffern entgegen: Sie hatten bereits telefonisch umgebucht und flogen nun über Washington D.C., Chicago oder gar Seattle zurück nach Deutschland, teils mit äußerst knappen Umsteigezeiten. Die Vorstellung, ggf. an einem anderen amerikanischen Flughafen festzusitzen, weil man den Anschlussflug nach Deutschland verpasst, erschien uns noch unangenehmer als hier im Hotel zu bleiben. Da es außerdem nicht mehr ganz zwei Stunden bis 12:00 Uhr waren, beschlossen wir und auch andere Passagiere, ruhig zu bleiben und abzuwarten.

Dominic wollte bis dahin in den Fitnessraum gehen. Dies war aber erst ab 18 Jahren erlaubt.



Stattdessen haben wir uns den Pool angeschaut, bevor wir wieder ins Zimmer gingen.




Um 11:30 Uhr sind wir wieder in Richtung Rezeption gegangen. Weil noch genug Zeit war, haben wir uns das Hotel von außen bei Tageslicht angeschaut.




Anschließend warteten wir an der Rezeption zusammen mit anderen Passagieren auf den Mitarbeiter von Eurowings. Aus den Gesprächen mit den Anderen erfuhren wir, dass immer mehr Leute zwischenzeitlich bei Eurowings in Deutschland angerufen und dort umgebucht hatten. Als um 12:15 Uhr immer noch kein Airline-Mitarbeiter in Sicht war und es nun hieß, dass vielleicht jemand um 13:00 Uhr käme, entschieden auch wir uns, ins Zimmer zurück zu gehen und den Hörer in die Hand zu nehmen.

Auf dem Weg zu den Aufzügen kam uns eine Familie mit zwei kleinen Kindern samt Gepäck entgegen. Sie erzählten, dass sie jetzt zum Flughafen fahren, weil sie auf einen Flug heute Abend nach Zürich und von dort weiter nach München umgebucht wurden. Chris ließ sich die Flugdaten dazu geben.

Das Telefonat mit Eurowings ergab zwei Dinge: Erstens, dass unser Flugzeug heute definitiv nicht fliegen würde, da die Reparatur und anschließende Sicherheitsabnahme länger dauern würde. Zweitens, dass der von uns angesprochene Rückflug über Zürich nach München nicht von Las Vegas, sondern von Los Angeles aus ginge und wir daher diesen nicht nehmen könnten. Der Vorschlag der Airline, am Montag abzufliegen, war für uns nicht akzeptabel, da wir wieder arbeiten mussten und Dominic Schule hatte. Somit blieb offenbar nur eine einzige Verbindung übrig: Morgen von Las Vegas nach Köln und von dort nach sechs Stunden Aufenthalt weiter nach München. Wir waren damit überhaupt nicht glücklich, denn es bedeutete, dass wir erst in der Nacht von Sonntag auf Montag zuhause in Rülzheim ankämen. Außerdem mussten wir noch eine Nacht in dieser Stadt bleiben, die wir überhaupt nicht mögen. Das Geblinke und Geklimper hier im Hotel ging uns mächtig auf die Nerven. Egal wo wir hin wollten, ob ins Zimmer, zur Rezeption, in eines der Restaurants,… – wir mussten immer erst minutenlang durch dieses riesige Casino laufen.

Claus fragte am Telefon noch, was wir den anderen Passagieren sagen sollten, die nach wie vor an der Rezeption warteten. Die Antwort war, dass auch sie unbedingt anrufen sollten, zumal die Kapazitäten für Umbuchungen immer geringer wurden.


Diese Information brachten wir nach unten in die Lobby zu den anderen Passagieren, die teilweise immer noch auf den Eurowings Mitarbeiter warteten. Sie bedankten sich für die Info, und während wir mit manchen Leuten noch eine Weile redeten, gingen andere aufs Zimmer zum Telefonieren. Die Gespräche mit den Leuten ergaben, dass einige total genervt waren, weil sie bereits auf dem Herflug bis zu 27 Stunden Verspätung hatten. Andere waren ganz zufrieden mit einem zusätzlichen Wochenende in Las Vegas, das von der Fluggesellschaft gesponsort wurde.

Als wir nach einiger Zeit wieder aufs Zimmer wollten, kam uns eine Familie entgegen, bedankte sich nochmal für unseren Hinweis und sagte uns, dass sie jetzt auch angerufen hätten und heute Abend über Zürich nach München fliegen würden.

Bislang trugen wir die Situation mit Fassung, aber nun wurden wir ziemlich sauer, denn sowohl Leute, die vor uns mit Eurowings telefonierten als auch die, die nach uns anriefen, konnten offenbar schon heute fliegen, während wir noch bis morgen ausharren mussten. Also meldeten wir uns ziemlich verärgert nochmal bei der Airline und wollten ebenfalls über Zürich nach München fliegen. Wie schon im ersten Telefonat wurde uns auch von diesem Mitarbeiter erklärt, dass der Zürich-Flug von Los Angeles aus ginge. Er fügte pampig an, dass er uns zwar umbuchen kann, wir uns aber für die 430 km Distanz dorthin selbst um einen Transport kümmern müssten. Letztendlich hatten wir nichts erreicht, es blieb dabei, dass wir erst am nächsten Tag flogen. Das einzig Positive an dieser Misere war, dass wir jetzt genaue Flugzeiten hatten, die Ungewissheit weg war, und wir die restliche Zeit bis zum Abflug verplanen konnten.

An der Rezeption holten wir uns neue Essensgutscheine für einen weiteren Tag. Mittlerweile war es 15:00 Uhr und wir beschlossen nach diesem Hin und Her, beim Subway Restaurant innerhalb des Hotelkomplexes etwas zu essen.



Wir wollten gerne raus an die frische Luft, aber nicht unbedingt zum Las Vegas Boulevard. Also schauten wir uns die nähere Umgebung auf Google Maps an und entdeckten zwei Blocks weiter einen Park, der scheinbar einen kleinen See beinhaltete. Um 15:45 Uhr liefen wir los und kamen 15 Minuten später am Charlie Frias Park an. Einen See gab es nicht, lediglich ein ausgetrocknetes Bett. Der Park bestand aus einem Rasensportfeld, Tennisplätzen und einem Spielplatz mit Wasserspielen und Turngeräten.







Da der Park hinter unseren Erwartungen zurück lag, blieben wir hier nur eine halbe Stunde. Zurück im Hotel stöberten Chris und Claus durch einen Shop, der auf dem Weg zu den Aufzügen lag. Dabei fand Chris eine Lesebrille für sich und nahm sie nach einigem Zögern tatsächlich mit.


Gegen 17:30 Uhr gingen Chris und Dominic für eine Dreiviertelstunde in den Hotelpool.


Unseren Gutschein für das Dinner lösten wir um 19:30 Uhr im Hotelrestaurant Bailiwick ein. Das Essen war gut und ausreichend. Nebenan spielte Live-Musik, die allerdings nicht aufdringlich war.



Als wir um 21:00 Uhr zurück ins Zimmer kamen, blinkte das Nachrichtenlämpchen am Telefon. Also gingen wir nochmal runter zur Rezeption und erfuhren, dass es morgen ein Shuttle zum Flughafen geben wird, welches um 13:00 Uhr abfährt.

Vor dem Schlafengehen haben wir noch am Blog geschrieben und die Fotos des Tages gesichert.

Unterkunft
The Orleans Hotel & Casino, Las Vegas

Wetter
Warm, ca. 80° F / 27° C.

Claus
- Ein Tag zum Davonlaufen in dieser Kack-Stadt. Hätten wir schon gestern Abend gewusst, dass wir heute nicht fliegen, hätten wir ein bisschen planen und uns etwas anschauen können. Aber so verbrachten wir den Tag überwiegend in diesem äußerst nervigen Hotel und Casino.

Chris
+ Am Hotelpool haben Dominic und ich rumgealbert und uns ausgemalt, wir wären in Spanien.
- Ein nerviger, chaotischer Tag mit Infos, die dann doch nicht so stimmten und einem Park, der keiner war. Und die Aussicht auf noch so einen Tag in dieser sch*** Stadt.

Dominic
+ Das Baden im Pool. Das Essen bei Subway.
Wir haben den ganzen Tag nichts Richtiges unternommen. Ich durfte nicht in den Fitnessraum.

1 Kommentar:

  1. Ja echt schade, dass das mit der Kommunikation nicht wirklich geklappt hatte. Man haette sicherlich noch etwas "Richtiges" machen koennen, wenn man gewusst haette, dass man den ganzen Tag zur Verfuegung hat. Ihr habt aber gut durchgehalten ;-))).

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