Montag, 2. Dezember 2024

Falsche Entscheidung + Julekonsert

Wir waren gestern von der Natur und dem See Sognsvann so beeindruckt, dass wir heute unbedingt zum Aussichtspunkt Vettakollen wandern wollten. Wie immer war unser erster Gang aber zur nahegelegenen backstube. Heute nahm sich Sabine ebenfalls einen Joghurt mit Müsli. Ich kaufte noch ein paar Kekse als Proviant für unterwegs.



Um 9:30 Uhr machten wir uns auf den Weg, am Weihnachtsmarkt vorbei zur U-Bahn Haltestelle am Nationaltheater. Die Tickets hatten wir uns wie gestern online in der APP gekauft.



Schon auf der Fahrt mit der Bahn haben wir den dichten Nebel gesehen und gedacht "ob das mal so eine gute Idee ist mit dem Aussichtspunkt?". Als wir um 10 Uhr den See erreichten, sahen wir weniger als gestern Nachmittag im Halbdunkel. Was nun? Wir entschieden uns für die Wanderung und hatten die leise Hoffnung, dass sich der Nebel innerhalb der nächsten Stunde lichten wird.




Der Weg führte uns zunächst in den Wald, und bald erreichten wir einen kleinen See mit einem Grillplatz, an dessen gegenüberliegendem Ufer sich ein Wasserfall befand. Obwohl wir diesen aufgrund der eingeschränkten Sicht nur hörten, waren wir von der Natur um uns herum schwer begeistert.







Der Nebel hing bis tief in die Bäume hinein und unsere Hoffnung auf einen schönen Ausblick schwand mit jedem Meter. Nach einiger Zeit gabelte sich der Weg, und für uns ging es von nun an steil aufwärts. Anfangs war noch ein Weg zu erkennen, aber nach und nach wurde aus dem Wandern mehr ein Klettern über Felsen.





Um 12:30 Uhr erreichten wir schließlich den Vettakollen Aussichtspunkt. Und das war unsere Sicht:


Als wäre die Enttäuschung nicht schon groß genug, fing es nun auch noch leicht zu regnen an. Wir kehrten um, stiegen die nassen Felsen wieder hinunter, und kamen erneut an dem kleinen See vorbei. Der Wasserfall auf der anderen Seite war nun schwach zu erkennen.


Der Regen wurde jetzt stärker. Sabines Jacke schützte zwar gut gegen Kälte und Wind, war aber nicht regenabweisend, weswegen wir einen Zahn zulegten. Wir kamen an einem Grillplatz vorbei und waren erstaunt, dass keinerlei Abfall zu sehen war - in Deutschland undenkbar.


Um 13:30 Uhr waren wir zurück am See Sognsvann. Er lag genau so gespenstisch im Nebel wie gestern Nachmittag, nur dass es jetzt etwas heller war.



Sabine war inzwischen komplett durchnässt. Wir warteten auf die nächste U-Bahn und fuhren zurück in die Innenstadt. Am Nationaltheater stiegen wir auf und marschierten schnurstracks ins Hotel. Hier gab es erst einmal eine warme Dusche, und anschließend versuchte ich, mit dem Fön die Jacke einigermaßen trocken zu kriegen. Kein leichtes Unterfangen.

Der Nachmittag war gelaufen. Eigentlich hatten wir vor, vor dem Konzert noch gemütlich etwas zu essen. Durch die ungeplante Trocknungsaktion für die Jacke hatten wir dafür nun keine Zeit mehr. Auf dem Weg zum Folketeateret, der Location für das Secret Garden Konuert, machten wir kurz Halt bei einem McDonalds und aßen ein paar Pommes. Dann liefen wir um die Ecke zum Eingang des Volkstheaters. Bis zum Einlass waren es noch ein paar Minuten, die wir im Foyer verbrachten.


Um 17:30 Uhr war Einlass und wir nahmen auf unseren Sitzen in der ersten Reihe Platz. Das Volkstheater ist ein alter, klassischer Konzertsaal, mit rot gepolsterten Stühlen. Ich besorgte uns noch etwas zu trinken und Popcorn für Sabine.



Pünktlich um 18 Uhr ging das Konzert los. Wie die letzten beiden Jahre wurde auch das diesjährige Weihnachtskonzert mit dem Lied Sigma eröffnet, nur dass Sängerin Cathrine Iversen diesmal keine Laterne auf die Bühne trug. Die Setlist unterschied sich deutlich von den vorangegangenen Jahren, was auch daran lag, dass im September ein neues Studioalbum veröffentlicht wurde. Zwar gab es zunächst mit Celebration, A Million Stars und Grace Altbekanntes zu hören, aber mit Stepping Up und Thank You änderte sich dies.





Während das heute bereits mein drittes Secret Garden Konzert war, kam Sabine zum ersten Mal in den Genuss. Sie freute sich sehr auf den Song From A Secret Garden, aber ausgerechnet diesmal wurde dieses Lied nicht gespielt. Stattdessen ersetzte Hymn To Hope den Platz in der Setlist, ein Lied, das thematisch in die durch Kriege bestimmte Zeit passt.





Weiter ging es mit neuerem Material. Renaissance und Fionnuala's Violin waren sogar komplett neue Lieder vom aktuellen Album. Wie immer wechselten sich Rolf Løvland und Fionnuala Sherry mit den Ansagen der einzelnen Lieder ab. Duett, das nächste Lied, wurde von Rolf angesagt. Er macht seine Ansagen immer auf norwegisch, weswegen ich nie genau verstehe, was er sagt, und mir nur aus dem Zusammenhang heraus klar wird, um was es geht. Duett hat Rolf für den Eurovision Song Contest 1994 geschrieben. Das Lied erreichte damals den 6. Platz.





Ein Jahr später gewann Rolf mit Nocturne diesen Wettbewerb, was der Start für Secret Garden war. Fionnuala erklärte, dass sie Nocturne für das 30-jährige Jubiläum im kommenden Jahr live aufnehmen möchten, weswegen es in die heutige Setlist gewandert ist.





Nach diesen ESC-Ausflügen wurde es nun wieder weihnachtlicher. I Know A Rose Tree (im deutschen: Es ist ein Ros' entsprungen), Christmastime Is Here Again und Mørketid stammen allesamt vom Weihnachtsalbum Sacred Night. Ein schöner Ausklang für ein wundervolles Konzert. Unter tosendem Applaus und Standing Ovations verließen die Musiker die Bühne.





Aber natürlich gab es noch eine Zugabe. Wie die Jahre zuvor wurde mit You Raise Me Up der wohl bekannteste Titel gespielt, der Schätzungen zufolge inzwischen mehr als 500 Mal gecovert wurde und den viele in der Version der Boygroup Westlife kennen.




Nach zwei Stunden war das Konzert zu Ende. Wir gingen zügig zurück ins Hotel, denn morgen fliegen wir schon sehr früh zurück nach Hause.

Setlist
  1. Sigma
  2. Celebration
  3. A Million Stars
  4. Grace
  5. Stepping Up
  6. Thank You
  7. Sacred Night
  8. Sagnet om julerosen
  9. Hymn To Hope
10. Flow
11. Marys Lament
12. Renaissance
13. Strength
14. Fionnuala's Violin
15. Duett
16. Moving
17. Nocturne
18. I Know A Rose Tree
19. Christmastime Is Here Again
20. Sanctuary
21. Mørketid
---------------
22. You Raise Me Up

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen