Wir hatten uns für heute einiges vorgenommen und sind entsprechend früher aufgestanden. Um kurz vor 9 Uhr betraten wir die backstube und frühstückten gemütlich. Ich hatte gestern gesehen, dass sie hier auch Joghurt mit Müsli und kalte Schoki anbieten.
Nachdem wir gestärkt waren liefen wir an der Festung Akershus vorbei in Richtung Aker Brygge.
Vom Franklin D. Roosevelt Observation Point hat man einen schönen Blick auf den Yachthafen der Bucht Pipervika und auf Aker Brygge.
Der Yachthafen war unser Ziel, denn von hier startete die zweieinhalbstündige Fjordfahrt, für die wir uns gestern entschieden hatten. Während wir darauf warteten, aufs Schiff gehen zu können, fuhr gerade eine große Fähre ein.
Das war unser Schiff. Ich kaufte die Tickets an der Bar, und Sabine suchte uns schon mal einen schönen Platz in der oberen, verglasten Etage.
Um 10 Uhr legte das Schiff ab. Wir entfernten uns von Pipervika und fuhren auf den Oslo-Fjord hinaus. Die Crew begrüßte uns, und über Lautsprecher bekamen wir ständig Informationen über die Sehenswürdigkeiten am Ufer. Sabine und ich gingen auf das Panorama-Deck hinauf und hatten einen wunderbaren Blick auf die norwegischen Hauptstadt.
Der Oslo-Fjord ist landschaftlich nicht so beeindruckend wie der Geiranger und andere bekannte norwegische Fjorde. Es gibt keine steilen Felsen o.ä., aber kleine Inseln und jede Menge Buchten. Für unsere erste Fjordfahrt überhaupt war das schon mal nicht schlecht.
Wir kamen an dieser kleinen Kirche vorbei.
Es war ziemlich frisch auf dem Panorama-Deck. Nach einer knappen Dreiviertelstunde kam die Sonne zwischen den Wolken hervor und tauchte den Fjord und das Ufer in leuchtende Farben.
Eigentlich schön, wenn man so idyllisch auf einer kleinen Insel mitten im Fjord wohnt. Andererseits braucht man ständig ein Boot, um sämtliche Erledigungen machen zu können.
Um 11 Uhr steuerte der Kapitän das Schiff in eine Bucht, die wir uns genauer ansahen. Hier war gut zu erkennen, dass die Häuser am Ufer allesamt über Bootanlegestege verfügen. Manche haben sogar eine Garage für das Boot.
Das hier ist laut Aussage unserer Reiseleitung die einzige Insel im Fjord, die sich vollständig in privatem Besitz befindet.
Wir verließen die Bucht wieder und fuhren auf der anderen Seite des Fjords zurück Richtung Oslo.
Ein kleiner Leuchtturm lag auf unserem Weg, und auch hier gab es eine kleine Kirche umgeben von Wasser.
Wir erreichten Oslo nun auf der Seite des Stadtteils Bjørvika und konnten das Munch Museum und die Osloer Oper vom Wasser aus bestaunen. Das Munch Museum sieht aus, als würde die Fassade des Gebäudes aus Leitplanken bestehen.
Das Opernhaus ist mit seiner Glasfront einem treibenden Eisberg nachempfunden und gilt als größtes norwegisches Kulturprojekt der Nachkriegszeit.
Wir fuhren direkt an der Fähre vorbei, die wir vorhin einfahren sahen, und nach zweieinhalb Stunden auf dem Wasser legten wir um 12:30 Uhr vor dem Osloer Rathaus an. Uns hat die Fjordfahrt richtig gut gefallen 😊
Nun hatten wir einen längeren Fußmarsch vor uns. Am Rathaus vorbei ging es hinauf zum königlichen Schloss, und dahinter weiter in den Stadtteil Majorstuen. An der Eissporthalle erreichten wir nach 45 Minuten unser Ziel, den Frognerpark.
Der Frognerpark ist ein öffentlicher Park, in dem regelmäßig Konzerte stattfinden (hier spielten in der Vergangenheit schon a-ha und Secret Garden), und der u.a. die Vigeland-Skulpturenanlage mit zahlreichen Granit-Skulpturen des norwegischen Bildhauers Gustav Vigeland beinhaltet. Diese Skulpturen, von denen die meisten in den Jahren 1926 bis 1942 geschaffen wurden, wollten wir uns anschauen.
Wir durchquerten das komplette Skulpturenmuseum - den Vigelandspark.
Der Monolith zeigt die Entwicklung des Menschen, vom Embryo über das Kleinkind und weiter durch alle Lebensstadien, die ein Mensch durchläuft.
Am Ende des Parks steht das Rad des Lebens.
Es war inzwischen 14 Uhr. Ich erzählte Sabine vom See Sognsvann und zeigte ihr Bilder von einem Aussichtspunkt, von dem man einen wunderbaren Blick über Oslo und den Oslo-Fjord hat. Sie war begeistert und wir beschlossen, dass das unser nächstes Ziel ist. Und so nahmen wir die Füße erneut in die Hand und marschierten in nördlicher Richtung aus dem Frognerpark. Ein letzter Blick zurück.
Nach einer halben Stunde erreichten wir die Bushaltestelle der Linie, die nach Sognsvann fährt. Als der Bus kam und wir einstiegen, konnte man tatsächlich nur in bar bezahlen. Das war das erste Mal in meinen drei Urlauben in Norwegen, dass ich etwas nicht mit Karte bezahlen konnte. Die Norweger buchen ihre Tickets über die APP des Verkehrsbetriebes, aber die hatten wir nicht. Der freundliche Busfahrer meinte aber, dass das kein Problem sei und wir einfach Platz nehmen sollen. Er nahm uns tatsächlich kostenlos bis zur Endhaltestelle mit.
Nun mussten wir nochmal ein Stück laufen. Hier oben auf dem Berg gab es jede Menge Sportplätze: Vom Fußballplatz über Tennisplätze bis hin zu Volleyballfeldern war alles vertreten. Auch an einem Sporthotel kamen wir vorbei. Wie sich herausstellte ist hier der Sitz der norwegischen Sporthochschule.
Um kurz nach 15 Uhr erreichten wir den See Sognsvann. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt, und der See lag gespenstisch im Nebel. Obwohl man nicht weit sah, war es ein wundervoller Anblick.
Wir liefen ein Stück am Ufer entlang und trafen auf eine Gruppe junger Leute, die hier grillten. Für den Weg zum Aussichtspunkt Vettakollen benötigten wir noch weitere 45 Minuten. Uns wurde klar, dass wir erst im Dunkeln ankommen würden, und so genossen wir lieber noch ein bisschen die Atmosphäre am See.
Für den Weg zurück in die Innenstadt nahmen wir die U-Bahn. Auch hier konnte man keine Tickets vor Ort kaufen, weder an der Haltestelle noch in der Bahn selbst. Also installierten wir die APP der Verkehrsbetriebe und buchten unsere Tickets online. Mit der nächsten U-Bahn fuhren wir bis zur Haltestelle am Nationaltheater, direkt neben dem Weihnachtsmarkt. Von dort liefen wir ins Viertel Aker Brygge, denn hier wollten wir heute Abendessen.
Im Restaurant Rorbua gibt es traditionell norwegisches Essen, und ich wollte unbedingt nochmal Rentier haben. Sabine hatte sich für den Weihnachtsteller mit Schweinerippchen und Sauerkraut entschieden und wollte noch nicht einmal das Rentier probieren. Ich musste mir dann auch mehrfach anhören, dass ich Rudolph gegessen hätte 😉
Um 18 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel. Wir waren heute lange auf den Beinen und entsprechend müde. Aber wir waren uns auch einig, dass wir einen richtig tollen Tag mit einmaligen Erlebnissen hatten.


















































































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