Mittwoch, 17. August 2016

Das letzte Abendmahl

Gegen 9.00 Uhr verließen wir unsere Unterkunft, das Blue Jay's Nest in Berlin, und fuhren mehrere Meilen durch das Amish Country in Richtung Norden nach Akron. Auf dem Weg dahin sahen wir sehr viele Amish Kutschen. Offenbar waren wir nun in einer Gegend, in der sich das richtige Leben der Amish abspielte. Kinder winkten uns aus den Kutschen zu, als wir hinter ihnen fuhren.




Im Amish Country ist es völlig normal, dass sich Kutschen und Autos die Straßen teilen. Die Kutschen fahren dabei, wenn möglich, ganz am rechten Rand, fast wie auf einem Fahrradweg. Mit der Zeit wurden die Kutschen immer weniger. Wir verließen das Amish Country.

Die Großstadt Akron erschien uns gar nicht als solche, was wahrscheinlich daran liegt, dass sich ihre knapp 700,000 Einwohner auf ein größeres Ballungsgebiet verteilen. Wir hätten den Ort nicht speziell erwähnt, wäre hier nicht der Sitz der US-Reifenindustrie mit Konzernen wie Bridgestone und Goodyear. So war es jedoch schön, zumindest mal durchgefahren zu sein.


Unser eigentliches Ziel aber waren die Aurora Farm Outlets, die zwischen Akron und Cleveland liegen. Gegen 12.00 Uhr kamen wir hier an und versuchten nach einer kleinen Stärkung im Food Court unser Glück in einer Handvoll Läden. Die Outlets unterschieden sich zu den bisherigen dadurch, dass sie wie ein kleines Dorf angelegt waren. Es waren deutlich weniger Läden angesiedelt, dafür war die Atmosphäre gemütlicher. Und endlich fand auch Claus seine gewünschten Schuhe.




Ein paar Meilen weiter liegt Cleveland direkt am Lake Erie. Als wir hier kurz nach 15.00 Uhr ankamen und ein Parkhaus gefunden hatten, machten wir uns wie immer daran, das Stadtzentrum zu Fuß zu erkunden. Unser Weg führte uns an der Galeria at Erieview vorbei, einer Mall unter einem gläsernen Gewölbe mit Läden und Restaurants in unüberschaubarer Zahl. Vor der wenige Meter entfernten City Hall liegt ein riesiger Stempel im Vorgarten, der sogenannte Free Stamp.






Wir kamen am Polizeirevier vorbei und erreichten schließlich den Public Square, ein Platz mit einem Springbrunnen, in dem viele Kinder tobten. Um die Wasserfontänen und den Rasen verteilt saßen viele bunte Plastikschnecken, -frösche und -vögel. Nebenan war eine Bühne aufgebaut, auf der eine Band alte Rocksongs nachspielte. Die Old Stone Church von 1840 auf der anderen Straßenseite war geschlossen, aber auch von außen mit ihrer Glocke auf dem Bürgersteig schön anzusehen.


Glocke vor der Old Stone Church
Public Square
Public Square
Old Stone Church
Cleveland machte einen großen und weitläufigen Eindruck, wirkte aber sonst nicht spektakulär, so dass wir zu unserem Auto zurück kehrten und uns in den Vorort Brooklyn begaben, wo wir zum Abendessen ins Texas Roadhouse gingen. Auf jedem Tisch stand ein Eimer mit Erdnüssen zum Selberknacken. Selbst gebackenes Brot, das ähnlich wie Hefezopf aussah und schmeckte, wurde ungefragt immer wieder aufgefüllt (als wir das merkten, haben wir ganz schnell aufgehört, davon weiter zu essen). Unser letztes Dinner in diesem Urlaub (Steak, Rippchen und Burger) war noch mal typisch amerikanisch.



Da für diesen Tag keine Unterkunft gebucht war, waren wir flexibel und schauten, wie weit wir es in Richtung Detroit schafften. Wir sahen einen wunderschönen, feuerroten Sonnenuntergang und stoppten noch zwei Mal, bei Target und Walmart, um letzte Einkäufe zu erledigen, bevor wir um 21.00 Uhr in einem Super 8 Motel in Sandusky eincheckten. Wichtigstes Ziel: Unser gesamtes Hab und Gut sicher und flugtauglich in unsere Reisetaschen und das Handgepäck zu verpacken, denn morgen Abend geht es mit dem Flieger nach Hause.



Unterkunft
Super 8 Sandusky North, Sandusky

Claus
+ Ich hab doch noch meine DC Shoes gefunden. Jubel! Essen im Texas Roadhouse.
- Die Aufbruchstimmung vor dem Urlaubsende.

Chris
+ Niedliche Andenken gefunden. Der Public Square in Cleveland mit seinen verspielten Kunststofftieren.
- Der Gestank nach Teer, zum Glück nur ca. 20 Minuten lang.

Dominic
+ Mir hat gefallen, dass in Berlin alles so altmodisch war, mit den Kutschen und so.
- Vor dem Motel hat es aufgrund Straßenarbeiten voll nach Teer gerochen.

2 Kommentare:

  1. Hallo, Claus,
    war toll, mit Euch zu reisen und hat mir und meinem Mann ganz viel Lust auf Great Lakes ab dem 09.09.2016 gemacht.
    Wünsche Euch eine gute Rückreise und freue mich schon auf einen Erfahrungsaustausch, wenn wir dann auch von den Great Lakes wieder zurück sind.
    LG Renate

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    1. Hallo Renate,
      das freut mich. Da lohnt sich die Blog-Schreiberei dann auch.
      Ich wünsche Euch schon jetzt einen wunderschönen Urlaub! Die Great Lakes sind toll, Ihr werdet bestimmt schöne Erlebnisse haben. Melde Dich einfach, wenn Ihr zurück seid, dann machen wir was aus.
      Liebe Grüße
      Claus

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