Ein bisschen Kultur wollten wir heute aber dennoch machen und so fuhren wir gegen 10:45 Uhr los zur Festung Königstein. Dort angekommen stellten wir unser Auto im Parkhaus ab und fuhren mit dem Festungs-Express, einem Bimmelbähnchen mit rasenden 25 km/h, nach oben. Ein paar Meter liefen wir noch zu Fuß den Berg hinauf, dann standen wir vor dem Festungstor.
Bereits gestern Abend hatten wir uns im Internet nach Führungen erkundigt und uns für die etwas mehr als einstündige Komplettführung entschieden. Pünktlich um 12:00 Uhr empfing uns ein uriger Herr und hat uns mit ca. 15 bis 20 anderen Besuchern durch verschiedene Gebäude und Keller geführt. Als erstes gab es allgemeine Informationen zur Festung vor einem Modell derselben.
Wir haben z.B. gelernt, dass Festungen deutlich jünger sind als Burgen, dafür aber auch deutlich größer und massiver, da man sich um 1600 vor schwerer Artillerie schützen musste. Kurzweilig und unterhaltsam erfuhren wir, dass die Festung Königstein über mehrere Jahrzehnte ausgebaut wurde, dass sie eine Fläche von knapp 100.000 m² hat und dass sie einzig und allein zu dem Zweck gebaut wurde, die Königsfamilie mitsamt Schätzen im Falle eines Angriffs aus Dresden heraus zu schaffen und zu sichern. Auf den Brunnen ist man hier sehr stolz, denn mit 152 m ist er der zweit tiefste und wurde seinerzeit ausschließlich mit Hammer und Meißel von Hand geschlagen.
Die Festung glich damals einer kleinen Stadt. Es gab einen Marktplatz und sogar schon eine Schule für Jungen und Mädchen. Die vielen Kellerräume waren zum Großteil Lagerräume, immerhin tranken hier die 400 erwachsenen Bewohner täglich 4 Liter (verdünntes) Bier. Es gab aber auch Gefängniszellen und zwei Kanonenräume. Wir sollten schätzen, wie oft die Festung angegriffen wurde. Ergebnis: Kein einziges Mal. Zum einen, weil sie strategisch uninteressant lag und zum anderen weil sie sehr massiv und abschreckend gebaut war.
Zum Feiern wurde sie dagegen oft benutzt. August der Starke ließ bei großen Partys mit hunderten von Gästen am Eingang jeden einzelnen vorher und nachher wiegen. Wer weniger als 4 Pfund zugenommen hatte, hatte sich offensichtlich nicht amüsiert und wurde daher das nächste Mal nicht mehr eingeladen. Was wie eine Anekdote klingt, kann in historischen Gewichtsbüchern im Archiv der Festung Königstein nachgewiesen werden.
Der kleine Pavillon war jedoch für besondere Anlässe in kleinerer Runde gedacht und hochkarätigen Gästen wie dem russischen Zaren vorbehalten. Heute kann man hier heiraten und immer noch das 'Tischlein deck dich' nutzen, welches seinerzeit in der unteren Etage gedeckt wurde und dann hochgefahren wurde.
Nach der Führung umrundeten wir die komplette Festung auf einer Gesamtlänge von 2,2 Kilometern. Auf der Nordseite hatten wir tolle Ausblicke auf das Elbtal und den Lilienstein. In der Ferne konnte man sogar die Bastei erkennen. Im Osten sahen wir die Schrammsteine.
Auf der Südseite konnten wir von der Festungsmauer auf das Bimmelbähnchen sehen, das uns den Berg hochgefahren hat. Auf der Bühne im Innenhof hatten vor einer Woche Mesh gespielt.
Auf 90% der Grünfläche wurde früher Gemüse angebaut. Außer dieser Garten hier. Er war die 400 m² große Erholungsfläche für den Kommandanten, der im Haus dahinter wohnte.
Hier stehen Chris und Dominic über dem Keller des Schatzhauses, rechts im Bild zu sehen, wo die Fässer mit den Silbermünzen lagen.
Um 14:00 Uhr verließen wir die Festung wieder mit dem Festungs-Express runter zum Parkhaus.
Mit Zwischenstopp im liebgewordenen Edeka ging die Fahrt weiter nach Neustadt ins Erlebnisbad Mariba. Hier vergnügten wir uns im Wellenbad und auf den Rutschen und mit den großen Schwimmreifen, die frei zugänglich für alle waren.
Hier konnte die Unterwasserfunktion von Chrissis Handy ausprobiert werden:
Erst um 19:30 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. In Pirna hielten wir an einem chinesischen Restaurant an und aßen vom Buffet. Kurz nach 22:00 Uhr waren wir zurück in der Unterkunft.
Claus
+ Die Festung Königstein samt Führung
Chris
+ Interessante und informative Festungsführung, Schwimmbad hat Spaß gemacht
- Das chinesische Restaurant war maximal Durchschnitt
Dominic
+ Es war schön, dass wir im Schwimmbad waren
- Leider hatte ich meine Schwimmbrille nicht dabei und bekam rote Augen

















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