Freitag, 19. Juni 2009

Mammoth Lakes -> Yosemite NP

Der Besuch des Spielplatzes um die Ecke wurde schon gestern Abend ausgehandelt.



Während wir auf den Shuttle Bus zum Devil's Postpile (des Teufels Scheiterhaufen) warteten, verzückte uns der Schnee. Dominic zog sogar dafür seine Sandalen aus und stapfte barfuß hinein. Aber nur kurz...


Mit dem Shuttlebus fuhren wir in Richtung Devil's Postpile. Eine kurze Wanderung führte uns zu den sechseckigen Basaltpfählen, die vor ca. 100.000 Jahren durch einen Vulkanausbruch entstanden. Sie wurden ursprünglich 150 Meter senkrecht nach oben gedrückt und sind nach Erosion heute noch 20 Meter hoch. Sie zählen zu den regelmäßigsten Formationen der Erde.




Die dicken Basaltstäbe sehen von oben aus wie Fliesenboden.





Nach anderthalb Stunden nahmen wir das Shuttle zurück zum Parkplatz und fuhren über die Mammoth Scenic Loop und die June Lake Loop (mit drei wunderschönen Bergseen) an Lee Vining vorbei zum Mono Lake.



Der Mono Lake mit seinen Kalktürmen sah auf Bildern immer recht hübsch aus. Nun, am Ufer stehend, waren wir alles andere als begeistert. Der schwarze Rand am Ufer ist ein Meer von Millionen von Fliegen. Außerdem stank es auch abscheulich, so dass wir nach nur wenigen Minuten den Rückzug antraten.




Ein paar Meilen weiter liegt die Geisterstadt Bodie, die wir über eine Schotterpiste namens Cottonwood Canyon Road erreichten. Sie ist wohl nicht allzu dicht befahren, sonst würden kaum die Kühe seelenruhig darauf verweilen, nichts ahnende (Allrad-) Autofahrer nach einer Kurve erschrecken und nur sehr zögerlich Anstalten machen, den Weg zu räumen.


Bodie war zu Zeiten des Goldrauschs trotz seines rauen Klimas eine enorm expandierende Stadt, wurde ab 1859 durch den Fund einer Goldmine besiedelt und zählte bereits 1879 über 10.000 Einwohner! Bodie war ohne Zweifel eine äußerst wilde Stadt mit sehr schlechtem Ruf. Es floss reichlich Alkohol (in 65 Saloons). Prostitution, Schießereien, Mord und Totschlag geschahen regelmäßig, manchmal sogar täglich. Allein am 05.09.1880 berichtete der Bodie Standard von drei Schießereien und zwei Postkutschen-Überfällen.





Als die Goldmine versiegte, verließen immer mehr Menschen die Stadt. Ab 1930 war Bodie schließlich ganz verlassen. In den Sechzigern wurde Bodie mit seinen 170 noch existierenden Gebäuden (5% des Bestands) von Liebhabern konserviert und bis heute gepflegt. Bodie gilt als besterhaltene Geisterstadt der USA.







Erst um 17 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Tioga Pass (dem höchsten Pass Kaliforniens), über den wir ins Yosemite Valley fuhren. Die Straße, die im Winterhalbjahr wegen den Schneemassen gesperrt ist, führte uns erstmal in ca. 3.000 m Höhe hinauf. Der Pass, auf den sich Claus schon in Deutschland gefreut hat, war in der Tat so beeindruckend, dass wir zig Stops am Ellery Lake, Tioga Lake und entlang des Dana Fork einlegten.







Ein umgestürzter Baum ließ Claus mutig werden und trotz Höhenangst über den reißenden Gebirgsfluss krabbeln. Dominic war natürlich sofort dabei, während Chris es vorzog, hinter der Kamera zu bleiben.




Über den Tenaya Lake und den Olmsted Point (von dem aus man das Yosemite Valley sehen kann), ging es hinunter nach El Portal, wo wir in der Yosemite View Lodge eincheckten.





Beim Öffnen der Zimmertür blieb uns der Mund offen stehen: Whirlpool für Drei und in der Ecke ein Kamin. Draußen rauschte der Merced River zum Anfassen nahe an unserem Zimmer vorbei ins Tal.



Nach einem sehr guten Essen im Restaurant (mit ausgezeichneter Salatbar) blieben wir noch lange auf dem Balkon sitzen und genossen den Blick in Fluss und Sternenhimmel.



Unterkunft
Yosemite View Lodge, El Portal

Wetter
warm in den Tälern, frisch in den Bergen, Wasser gerade so flüssig

Chris
+ Tioga Pass und Hotelzimmer
- zeitraubender Shuttletransfer zum und vom Postpile, Mono Lake

Claus
+ Devil's Postpile, Bodie, Tioga Pass, Zimmer in der Yosemite View Lodge
- Mono Lake

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