Zähneknirschend fuhren wir weiter zur Las Vegas Bay (Dominic hatte seit ca. 2 Stunden seine Badehose an) und steuerten den Parkplatz an. Erfreut sahen wir unten am Ufer vereinzelt Leute sitzen. Über große Schottersteine liefen wir hinab zum See. Neben einem sehr unbequemen und steinigen Einstieg ins Wasser fanden wir Unmengen von Plastik- und Glasflaschen, Tüten, Kippen und Verpackungen aller Art vor. Ziemlich enttäuscht kletterten wir nach 5 Minuten über die spitzen Steine zurück zum Auto und fuhren die nächste Möglichkeit - Boulder Beach - an. Den Jetski- und Bootsverleih haben wir hier vergeblich gesucht, dafür waren viele Badesportler mit ihren eigenen privaten Wasserfahrzeugen vor Ort. Der Strand war hier zwar nicht steinig, aber noch dreckiger als an der Las Vegas Bay. Unsere Enttäuschung ging langsam in Entsetzen über, von Dominics Verärgerung, schon wieder nicht im Wasser plantschen zu dürfen, ganz zu schweigen.
Ziemlich zügig fuhren wir weiter unserem Ziel Las Vegas entgegen. Nach nur einer Meile erreichten wir wider Erwarten die Marina. Hoffnung keimte auf, doch noch ein Boot mieten zu können. Es wäre auch durchaus möglich gewesen - wenn wir eine halbe Stunde früher eingetroffen wären. Mit langen Gesichtern fütterten wir die Hunderte von Karpfen, die sich in den Becken drängten und fuhren mit dem Auto weiter zum Hoover Dam. Aber unser schwarzer Montag war noch nicht zu Ende...
Wir wollten an einen der vielen Viewpoints fahren, um die riesige Größe des Staudamms betrachten zu können. Sämtliche Viewpoints (wohlbemerkt nur die auf unserer Straßenseite) waren wegen des Baus der neuen, beeindruckenden Brücke vor dem Damm gesperrt. Diese neue Brücke über den Colorado River wird nach Fertigstellung die einzig mögliche Überquerung desselben sein. Die jetzige Strecke über den Damm wird geschlossen - als Vorsichtsmaßnahme gegen einen Anschlag auf den Hoover Dam.
Wir belächelten noch den kilometerlangen Stau in der Gegenrichtung. Nachdem uns bewusst wurde, dass der einzige Weg nach Vegas über eben diesen Damm ging und wir uns am Stauende anstellten, lächelten wir nicht mehr. Positiv ist allerdings anzumerken, dass wir dadurch gleich zwei Mal die beinahe ausgediente Strecke fahren konnten. Und wir hatten Glück im Unglück: Direkt vor unseren Augen eskortierten Police Cars ein "verdächtiges" Wohnmobil an die Seite, und direkt hinter uns wurde der Damm voll gesperrt. Wer weiß, wie lange die anderen dort nun warten mussten.
Gegen 18:30 Uhr kamen wir an unserem Hotel in Las Vegas an. Die Rezeptionistin fragten wir, was all die Menschen in den Zelten entlang der Straße machten. Sie sagte uns, dass das alles Obdachlose (überwiegend aus der Finanzkrise) sind, die wegen der nahen Mission, wo sie Essen bekommen, neuerdings hier lebten. Es war für uns erschreckend, die Auswirkungen der Finanzkrise so deutlich und real zu sehen.
Nach dem Einchecken wurde Dominics Badehose im ziemlich kalten Pool doch noch nass.
Zum Abschluss des Tages fuhren wir in die Glitzerwelt nach Downtown zur bekannten Fremont Street, wo eine der Hauptattraktionen die Überdachung der Straße zwischen den Casinos ist. Alle 20 Minuten flimmern Filmchen in einer Wahnsinn-Lautstärke über den LED-Himmel.
Lange sahen wir einem Airbrush-Künstler zu, wie er im 5-Minuten-Takt kleine Kunstwerke produzierte. Wir hätten am liebsten eins gekauft.
Gegen 21:30 Uhr gingen wir ins riesige Spielcasino Golden Nugget, allerdings zum Buffet. Es war lecker, aber wir hatten nur noch 30 Minuten bis Küchenschluss. Auf dem Weg zurück ins Parkhaus schauten wir nochmal kurz dem Airbrusher über die Schulter und fuhren dann wieder an den Obdachlosen vorbei zum Hotel.
Unterkunft
Best Western Main Street Inn, Las Vegas
Wetter
Sonne, endlich richtig (fast zu) heiß, 94°F
Chris
+ die neue Brücke am Hoover Dam, Airbrusher
- der ganze lange verdammte Rest des Tages
- der ganze lange verdammte Rest des Tages
Claus
+ Hoover Dam
- gesamte Lake Mead Area
- gesamte Lake Mead Area
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