Die nun folgende Strecke wurde mehr und mehr zu einer Kletterpartie als zu einem Spaziergang. Teilweise marschierten wir über schmale Felsrücken, an denen es zu beiden Seiten mehrere Meter in die Tiefe ging. Es ging in der Tat über Stock und Stein in Großformat.
Auf dem Weg nach oben passierten wir den jüngsten Verlust des Arches Nationalparks: Der Wall Arch ist im letzten Jahr der Erosion zum Opfer gefallen und naturgemäß eingestürzt. Dominic betrauerte kurz die Trümmer, dann ging's weiter zum Partition Arch, von dem wir eine fantastische Sicht auf unseren bis hierher gegangenen Weg hatten. Der Partition Arch sieht aus wie eine Tür mit Fenster. Hier machten wir eine Pause und genossen unter dem Bogen sitzend den herrlichen Blick in die weite Ferne.
Die nächste Station war der Navajo Arch, ein gewaltiger Bogen, der es besonders Chris angetan hatte, weil er wie ein Eingang zu einer Höhle oder einem Innenhof wirkte.
Weiter ging die Kletterpartie über Stock und Stein (letzteres reichlich). Nur die Steinmännchen wiesen uns den Weg. Das eigentliche Ziel aber war der Double O Arch, zu dem wir nochmal eine gute Meile kraxeln mussten.
Das letzte Stück war in der Tat Schwerstarbeit. Wir mussten über Felsbrocken klettern, die von dünnem Sand bedeckt waren, und wegen der großen Rutschgefahr auf jeden unserer Schritte achten. Selbst auf den schmalen Felsrücken gab es weder Geländer noch andere Absicherungen, und manchmal hatten wir ein mulmiges Gefühl beim Kraxeln. Wenn man um die letzte Ecke biegt und plötzlich vor der steinernen Acht steht, weiß man, dass sich der beschwerliche Weg gelohnt hat!
Den besten Blick auf den Double O Arch hat man aber, wenn man durch ihn hindurch geht. Vier Stunden Fußmarsch lagen hinter uns. Hinter dem Arch fanden wir einen geradezu idealen Platz, um die einzigartige Atmosphäre in uns aufzusaugen.
Nach knapp einstündiger Rast traten wir langsam den Rückweg an. Laut Landkarte des Parks war unser Trail 6,8 km lang. Für das Wetter waren wir sehr dankbar: Sonne-Wolken-Mix, aber durchgängig trocken.
Wir kamen wieder am Landscape Arch vorbei, den wir aus der Ferne nochmals bestaunten. Inklusive Rückweg dauerte diese Tour satte sechs Stunden. Wir waren mächtig stolz auf Dominic, der eine unglaubliche Kondition hatte und sicherer als erwartet im Klettern war. Die Bewunderung, die er von anderen Leuten am Double O Arch und auf dem Rückweg bekommen hat, bestätigt dies. Obendrein hatten wir verdammt viel Spaß auf unserem Trip.
Mit dem Auto sind wir ca. 10 Minuten weiter zur Windows Section gefahren, wo vier große Bögen auf engstem Raum stehen. Unter dem North Window haben wir uns von den Strapazen erholt und gepicknickt. Danach schauten wir uns kurz das South Window und den Turret Arch an, bevor wir rüber zum Double Arch gingen (zwei Bögen direkt hintereinander).
Als wären wir noch nicht genug geklettert, mussten wir uns auch ins Fenster des Double Arch setzen. Damit beendeten wir aber dann unseren Aufenthalt in diesem Nationalpark. Den Besuch des Delicate Arch (ebenfalls ein mehrstündiger Fußmarsch) sparen wir uns wohl für die Zukunft auf.
Zurück im Hotel in Moab bestiegen wir den Whirlpool - perfekte Entspannung für die beiden Großen, Abenteuer für den Kleinen. Zum Essen hatten wir uns heute den Sunset Grill ausgesucht, ein Restaurant auf dem Berg mit Blick über das Lichtermeer der Stadt. Das Essen war exzellent und die Location absolut zum Wohlfühlen. Und die zweite Nacht im gleichen Hotel zu schlafen, tat uns auch sehr gut.
Unterkunft
Days Inn, Moab
Wetter
morgens bedeckt, später ideal zum Wandern (Sonne-Wolken-Mix), gemäßigt warm
Chris
+ die komplette Tour durch den Arches Nationalpark, eine zweite Nacht am
gleichen Ort zu sein
- seit heute wissen wir, dass auch Waden Sonnencreme brauchen
- seit heute wissen wir, dass auch Waden Sonnencreme brauchen
Claus
+ Partition Arch, Double O Arch, Dinner im Sunset Grill
- Sonnenbrand an den Waden
- Sonnenbrand an den Waden
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